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Katzenernährung

Was ist wichtig bei einer gesunden Katzen Ernährung? Was muss unbedingt enthalten sein in gesundem Katzenfutter und wie gehe ich mit besonderen Bedürfnissen meiner Katze um? Hier kommen die wichtigsten Informationen zur richtigen Ernährung für Katzen.

Grundlagen der Katzen Ernährung

Katzen sind nach wie vor Raubtiere, sie können ihre Abstammung nicht verhehlen. Dies hat einige wichtige Folgen in Bezug auf ihre Fressweise und die sinnvolle Futterzusammensetzung:

  • Katzen sind Fleischfresser: Sie können einen Großteil ihrer Energie aus Proteinen ziehen. Kohlenhydrate können sie zwar verstoffwechseln, sie benötigen sie aber nicht unbedingt. Stattdessen sind tierische Fette ein weiterer wichtiger Nahrungsbestandteil.
  • Katzen fressen sehr häufig: Anders als Hunde benötigen Katzen ihre Ernährung in vielen kleinen Portionen, sie sind „Snacker“. Wenn sie sich nur von selbst erlegten Beutetieren ernähren, verbringen sie einen Großteil des Tages mit Jagen, um eine ausreichende Menge Futter zu erjagen. Ihr Verdauungstrakt ist auf diese Futterfrequenz ausgelegt.
  • Katzen sind jagd-, nicht futterorientiert.
  • Katzen können pro Mahlzeit sinnvollerweise ca. 10 bis 30 g Futter (Mausmenge) aufnehmen.
  • Katzen fressen bevorzugt frisches Futter.
  • Katzen schmecken nicht süß.
  • Katzen haben einen recht geringen Wasserbedarf: Je nach Wassergehalt im Futter trinken Katzen sehr wenig oder gar kein zusätzliches Wasser. Ihre Nieren weisen eine hohe Konzentrationsfähigkeit auf; das von Katzen über Ernährung aufgenommene Wasser wird also sehr effizient „verwaltet“.

Katzen Ernährung: Eine Wissenschaft für sich

Diese Überschrift ist keine Übertreibung. Der Diätetik, also der Ernährungskunde, kommt eine wichtige Bedeutung zu und es gibt eigens ausgebildete Fachtierärzte für Tierernährung. Jede Tierart hat besondere Ansprüche an ihre Fütterung. Neben den Grundlagen sind Faktoren wie Alter, Rasse oder Gesundheitszustand wichtig, um eine gesunde Katzenfütterung zu gewährleisten.

Grundsätzlich setzt sich die Ernährung der Katze aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Proteine, d. h. Eiweiße
  • Fette
  • Kohlenhydrate, z. B. Stärke oder Einfachzucker wie Glucose oder Laktose
  • Ballaststoffe, also verdauliche sowie unverdauliche Fasern, die die Verdauung fördern (z. B. Zellulose)
  • Vitamine
  • Mengen- und Spurenelemente, wie z. B. Magnesium, Calcium, Phosphor oder Zink und Selen

Außerdem gibt es sogenannte „essentielle“ Anteile wie bestimmte Aminosäuren oder Fettsäuren, die auf keinen Fall fehlen dürfen, weil die Katze sie zum gesunden Überleben braucht und nicht aus anderen Nahrungsbestandteilen zusammensetzen kann.

Sehr wichtig, um Katzen gesund zu ernähren, ist die Aminosäure Taurin, die nur in tierischen Futterbestandteilen enthalten ist. Außerdem seien beispielhaft die Aminosäure Arginin, die Fettsäure Arachidonsäure sowie Vitamin A und Niacin genannt. In einer gesunden Katzen Ernährung müssen diese Stoffe in ausreichender Menge enthalten sein, andernfalls drohen Mangelerscheinungen mit teilweise schweren Folgen. Andererseits dürfen bestimmte Elemente, wie z. B. das Vitamin A, auch nicht im Übermaß vorhanden sein. Man sollte also bei der Katze die Ernährung nicht aufbauen  nach dem Prinzip „viel hilft viel“.

Fütterungspraxis: Katzen gesund ernähren

Am einfachsten und sichersten füttert man seine Katze mit einem hochwertigen Alleinfuttermittel. Dieses enthält alle essentiellen Stoffe und ist angepasst an die Bedürfnisse Ihres Stubentigers. Neben Alter und Rasse gibt es solche Alleinfuttermittel auch für kastrierte oder unkastrierte Katzen und in veränderter Zusammensetzung, z. B. bei der Neigung zu Harnsteinen oder bei Verdauungsproblemen. Auch für übergewichtige Katzen ist Ernährung mit angepassten Diäten möglich und sinnvoll.

Achtung: Katzen dürfen keine Null-Diät machen! Ein dann rasant gesteigerter Fettstoffwechsel kann sehr gefährlich werden. Daher muss bei übergewichtigen Katzen die Ernährung umgestellt werden, sodass es zu einer langsamen Gewichtsreduktion kommt.

Ob Sie Trocken- oder Nassfutter für Ihren Stubentiger wählen, bleibt Ihnen überlassen. Feuchtfutter kommt den Bedürfnissen von Katzen z. B. in Sachen Wassergehalt eher entgegen. Trockenfutter aber eignet sich besser für z. B. Futterbretter oder anderes Futterspielzeug, zur Futterbelohnung und für die „Vorratsfütterung“, etwa aus dem Futterautomaten, da es nicht so schnell verdirbt.

Wie bereits gesagt, verbringen Selbstversorger-Katzen einen Großteil des Tages mit der Futterbeschaffung. Napffütterung ist also langweilig. Bieten Sie Ihrer Katze daher Ernährung in verschiedenen “Modi”:  Mit Fummelbrett, Futterspielzeug und über den Tag verteilten kleinen Portionen lässt sich eine möglichst artgerechte Katzenfütterung gestalten, die zudem noch Übergewicht vorbeugt.

Sie müssen lange arbeiten? Ein Futterautomat teilt über den Tag hinweg Portionen zu und beugt so Heißhungerattacken vor. Auch viele bettelnde Katzen beruhigen sich deutlich, wenn die Fütterung vom Besitzer entkoppelt stattfindet.

Wasserversorgung

Katzen brauchen zwar verhältnismäßig wenig Flüssigkeit, dennoch ist das Trinken immer wieder Thema. Frisst Ihre Katze Feuchtfutter, kann es gut sein, dass sie daneben wenig bis gar nicht trinkt und das ist auch unproblematisch. Bei Trockenfutterfütterung hingegen sollte ein deutlicher Wasserverbrauch zu sehen sein.

Reichliche Wasseraufnahme beugt Problemen z. B. im Harntrakt vor. Sie können die Trinkmenge mit folgenden Tipps steigern:

  • Stellen Sie mehrere Wassernäpfe auf, fern von Futternäpfen und Katzentoiletten.
  • Die Näpfe sollten eher flach und weit sein, sodass die Schnurrhaare nicht an die Kanten stoßen. Gut geeignet sind z. B. Blumenuntersetzer aus Keramik.
  • Wechseln Sie das Wasser täglich. Außerdem die Näpfe regelmäßig in der Spülmaschine oder mit Spülmittel reinigen und gründlich auswaschen.
  • Manche Katzen lieben Wasser direkt aus dem Hahn oder einem Trinkbrunnen.
  • Im Garten mögen viele Katzen Regenwasser in Gießkannen, Blumentöpfen, o. Ä. Vorsicht bei Verwendung von Düngemitteln!
  • Mit einem Schluck Sahne oder Fleischsaft kann das Trinkwasser attraktiver werden. Achtung: Mehrfach täglich wechseln, um Keimbefall zu vermeiden, insbesondere im Sommer!
  • Bei Katzen, die viel zu wenig trinken, hilft es, das Futter suppig mit Wasser anzurühren.

 

Ernährung von Katzen mit besonderen Bedürfnissen

Wie bereits erwähnt, brauchen manche Katzen eine Ernährung mit angepassten Inhaltsstoffen:

  • Tragende und säugende Kätzinnen haben einen erhöhten Nährstoffbedarf.
  • Die alte Katze braucht eine Ernährung, die den Veränderungen des Alters Rechnung trägt: Im Alter kann eine Verdauungsträgheit auftreten und durch geringere Aktivität muss der Energiegehalt des Futters anders gestrickt sein.
  • Babykatzen richtig ernähren, ist gar nicht so schwer: Neben der Muttermilch kommt Stück für Stück ein altersangepasstes Welpenfutter zum Einsatz. Als Leckerchen dient ein Schüsselchen Katzenmilch – bitte verzichten Sie auf Kuhmilch!
  • Katzen mit chronischen Erkrankungen benötigen ebenfalls angepasstes Futter. Im Zweifel erhalten Sie dieses direkt bei Ihrem Tierarzt, etwa Katzenfutter zum Auflösen von Harnsteinen in der Blase.

Sie haben mehrere Katzen zu Hause? Achten Sie darauf, dass jede in Ruhe fressen kann. Bieten Sie dafür Futter an mehreren Orten gleichzeitig an und schließen Sie notfalls die Tür. Eine besondere Herausforderung kann die Katzenernährung sein, wenn mehrere Katzen im Haushalt leben, die sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben. Dann ist eine strikt getrennte Fütterung unerlässlich!

Tipp: Lösen Sie das Problem mit einer Indoor-Katzenklappe.

Leckerli & Co

Anders als man früher oft dachte, lassen sich Katzen hervorragend erziehen. Nicht wenige haben Spaß an Clickertraining oder anderen Formen des Trainings. Futterbelohnungen funktionieren in der Regel gut. Denken Sie aber daran, alle Snacks und Leckerlis in die tägliche Futtermenge mit einzurechnen. Andernfalls droht schnell Übergewicht!

Abseits des Fertigfutters: Katzenfutter selber machen

In jüngerer Zeit möchten immer mehr Katzenhalter ihr Katzenfutter selbst herstellen. Wir möchten allen anderen Hinweisen an dieser Stelle voranstellen:

Es ist möglich, Katzenfutter selbst zu kochen oder zusammenzustellen. Aber es muss immer mit einer vorherigen Rationsberechnung beim hierin versierten Tierarzt geschehen und erfordert einen großen Aufwand an Information und auch in der Umsetzung!

Richtige Ernährung für Katzen ist kein Kinderspiel und die Folgen einer Mangelernährung können enorm sein. Es ist manchmal aufwändiger, Katzenfutter selbst herzustellen, als wenn Sie z. B. Hundefutter selbst kochen. Das hat neben den besonderen Ansprüchen der Katze an ihre Ernährung auch damit zu tun, dass viele Samtpfoten wählerischer sind, was die Zusammensetzung angeht. Da bleibt auch mal ein mühsam gekochtes Mahl einfach stehen, weil es der Mieze nicht passt.

Grundsätzlich gibt es diese Möglichkeiten an selbst zusammengestellter Katzenernährung:

  • Selbst gekochte Diäten: Aus verschiedenen Komponenten (nicht nur Fleisch!) zusammengestellte Rationen. Das Kochen erhöht die Verdaulichkeit massiv. Andererseits gehen z. B. gewisse Mengen Taurin beim Kochen verloren. Für manche ältere oder chronisch kranke Katze ist selbst gekochtes Katzenfutter die letzte Rettung, z. B. bei Allergien.
  • BARF: Oft übersetzt mit „biologisch artgerechte Rohfütterung“, aus dem Englischen „bone and raw food“. Ausschließlich rohe Rationen, die neben Fleisch und Knochen aber weitere Bestandteile beinhalten müssen. Neben Vorteilen wie geringerer Zahnsteinbildung und kleineren Kotmengen ist BARF-Fütterung hygienisch eine Herausforderung. Fertige BARF-Rationen sind in der Zusammensetzung oft mangelhaft, daher ist auch hier eine Rationsberechnung über den Tierarzt notwendig!
  • Preyen: Das Ernähren der Katze mit Beutetieren wie Mäusen, Küken, Ratten, etc. Diese unterscheiden sich aber je nach Alter des Beutetiers in ihrer Zusammensetzung, was bei der Fütterung bedacht werden muss.

Bitte bedenken Sie zudem: Eine ausgewachsene Katze benötigt im Schnitt 8-10 Mäuse pro Tag. Diese müssen irgendwo gelagert werden und nach ihrem Verzehr ist eine entsprechende Hygiene notwendig. Außerdem ist für die Katze der größte Spaß das Jagen, nicht das Fressen. Es werden regelmäßig Tiere gejagt, damit gespielt und nicht gefressen!

Katze vegan ernähren?

Auch die Frage, ob vegetarische und vegane Ernährung von Katzen möglich ist, taucht in der Praxis auf. Dies ist bei der Katze – anderes als beim Hund – schwierig bis ausgeschlossen.

Für gesunde Katzen ohne weitere Anforderungen (Trächtigkeit, Säugezeit, etc.) ist eine fleischlose Ernährung möglich. Es gibt mittlerweile vegetarische (ohne Fleisch (und Fisch)) oder vegane Alleinfuttermittel für Katzen zu kaufen, deren Qualität in punkto Zusammensetzung aber leider oft fragwürdig ist. Eine Katze vegan zu ernähren mit selbst hergestellten Rationen, ist ebenfalls möglich, allerdings in aller Regel mangelhaft. Es braucht eine große Menge Wissen, Erfahrung und Akribie im Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln, um die Katze trotzdem ausreichend zu versorgen! Eine vegetarische oder gar vegane Katzen Ernährung muss immer von einem Tierarzt berechnet werden!

Das große Aber:

Als Katzenbesitzer hat man nicht nur den Wunsch, sondern sogar die gesetzliche Pflicht, seinen Stubentiger artgerecht und bedarfsgerecht zu ernähren. Dies ist im Deutschen Tierschutzgesetz festgeschrieben. Ein Raubtier, das sich artgemäß ausschließlich über Beutetiere ernährt, vegetarisch oder gar vegan zu füttern, erscheint vor diesem Hintergrund mindestens fragwürdig.

Das sollten Sie bei entsprechender persönlicher Überzeugung dann besser VOR der Anschaffung einer Katze bedenken.

Katzen und Ernährung: Fazit

Katzen sind richtige Fleischfresser und benötigen viele wichtige Stoffe, die nur in tierischen Futtermitteln natürlich vorkommen. Hochwertige Alleinfuttermittel bieten eine gute Versorgung und sind entsprechend für eine gesunde Katzen Ernährung geeignet. Wenn Sie Katzenfutter selbst herstellen möchten oder Ihre Katze besondere Bedürfnisse hat, lassen Sie sich von einem Fachtierarzt für Tierernährung beraten. So ist Ihre Stubentiger optimal versorgt.

© AniCura

Wenden Sie sich an einen Tierarzt

Wenn Sie diese Symptome bei Ihrem Ihrem Haustier feststellen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Tierarzt zu wenden.