Bengal

Wenn Sie nach einer intelligenten und extrem aktiven Katze suchen, die ein bisschen wie ein Leopard aussieht und aus dem asiatischen Dschungel stammen könnte, ist die Bengalkatze die richtige Wahl für Sie. Allerdings nur, wenn Sie ihr gerecht werden können.

Kurze Fakten

Hintergrund

Die Faszination durch die Schönheit und Unabhängigkeit von Wildkatzen hat Menschen schon zu verrückten Taten bewogen, etwa zu dem Versuch, einen Ozelot oder auch Geparden zu fangen und zu zähmen. Das blieb immer ohne Erfolg. Doch der US-Amerikanerin Jean S. Mill ist etwas gelungen: Sie startete 1963 ein Zuchtprogramm für Bengals, indem sie kleine wilde Asiatische Leopardenkatzen mit kurzhaarigen Hauskatzen kreuzte. Ihr Ziel war es, eine Katze zu züchten, die wie ein Leopard aussieht, aber die freundlichen Charakterzüge einer Hauskatze hat. Das Ergebnis war letztlich die Bengalkatze. Die neue Rasse bekam ihren Namen von der wissenschaftlichen Bezeichnung der Asiatischen Leopardenkatze „Felis bengalensis“. Die Bengalkatze wurde 1986 von der International Cat Association anerkannt.

 

Persönlichkeit

Die Bengalkatze ist sehr intelligent, aktiv und neugierig. Mit ihr zusammenzuleben macht viel Spaß, denken Sie aber daran, dass sie viel Interaktion und Beschäftigung fordert. Daher ist die Bengalkatze nicht für jeden geeignet, besonders nicht für Menschen, die noch nie eine Katze hatten. Zwingt man die Bengalkatze zu etwas – wie zum Beispiel zu einem Tierarztbesuch oder zur Tabletteneingabe – dann muss man damit rechnen, dass die Wildkatze zum Vorschein kommt. Die Bengalkatze ist meist nicht so kompromissbereit wie andere Katzenrassen und nicht selten benötigt sie Beruhigungsmittel vor einem Tierarztbesuch. Alle aber, die die nötige Erfahrung und das Know-how mitbringen, um eine Bengalkatze zu halten, werden sie als eine großartige Katze erleben.

Die Katzen klettern sehr gerne, daher brauchen sie ein großes Territorium und auch viel Platz in die Höhe. Deshalb sind die meisten Bengalen nur als Freigänger wirklich ausgelastet, wo sie ihren Instinkten freien Lauf lassen können. Als reine Wohnungskatze sind sie sehr schnell unterfordert und gestresst, was nicht selten in Krankheiten endet (Beispiel Pankreatitis).

Anders als viele andere Katzen spielen sie gerne mit Wasser. Seien Sie also nicht überrascht, wenn sie mit in die Badewanne oder die Dusche kommt. Da die Bengalkatze intelligent ist, freut sie sich beim Training über die Rückmeldung mit einem Klicker. Fordern Sie ihren Verstand heraus und halten Sie das Interesse Ihrer Katze hoch, indem Sie ihr Tricks beibringen, Spiele anbieten und ihr interaktives Spielzeug oder Puzzle geben. Wenn die Katze lernt, sich auf das Spiel einzulassen, können Sie sie mit Trockenfutter oder Leckerlis belohnen.

Mit einer Bengalkatze bekommen Sie darüber hinaus eine selbstbewusste, gesprächige und freundliche Katze, die immer aufmerksam ist. Die Katzen sind liebevoll, sie lieben ihre Familienmitglieder und tun alles, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die meisten Bengals verstehen sich gut mit anderen Haustieren wie Hunden.

Größe und Gewicht

Die Bengalkatze ist eine mittelgroße bis große Rasse. Ausgewachsene Männchen wiegen etwa 4,5-7 kg und Weibchen etwa 3,5-4,5 kg. Es gibt seltene Aufzeichnungen von besonders großen männlichen Tieren, die bis zu 10 kg wiegen.
Sie sind wahre Athleten mit einem starken, muskulösen Körper sowie mittellangen Beinen und großen runden Pfoten. Der Kopf ist breit und keilförmig mit abgerundeten Konturen, kleinen bis mittelgroßen Ohren und großen ovalen Augen. Der Schwanz der Bengalkatze ist dick mit einer abgerundeten schwarzen Spitze.

 

Farbe

Das Fell der Bengalkatze ist kurz mit einem schönen gepunkteten oder marmorierten Muster in verschiedenen Farben wie Gold, Braun, Rostfarben, Orange oder Elfenbein. Trotzdem sind Braun, Silbern und Weiß die einzigen zulässigen Farben. Einige Katzen haben auffällige Rosetten oder Flecken aus verschiedenen Farben. Wenn sie sich auf den Rücken dreht, ist der charakteristische gefleckte Bauch zu sehen.

 

Fellpflege

Die Fellpflege ist sehr einfach bei dieser Rasse. Wöchentliches Bürsten reicht aus, um Wollmäuse und Haarbälle in Ihrem Zuhause zu reduzieren. Und Ihre Katze liebt die Aufmerksamkeit, die sie beim Bürsten bekommt.

 

Besonderheiten der Rasse

Die intelligente Bengalkatze mag sehr gerne Übungen wie Klickertraining, Puzzle, Apportieren und das Erlernen von Tricks. Die meisten Bengalen brauchen Freigang um Ihre Instinkte ausleben zu können – immerhin handelt es sich weiterhin um eine Wildkatze. Als reine Wohnungskatze wird ihr sehr schnell langweilig. Dann sucht sie nach Gegenständen (die dann beschädigt werden könnten), nach Möbel zum Klettern oder Schubladen zum Öffnen, in denen sie nach neuen Spielsachen oder Futter sucht. Die unterforderte und frustrierte Bengalkatze ist deshalb anfällig für Erkrankungen wie Pankreatitis oder auch Fremdkörperaufnahme.

 

Erbkrankheiten

Wie bei allen Katzen sollten Sie sicherstellen, dass Sie sie von einem verantwortungsbewussten Züchter kaufen. Bengalkatzen sind generell gesund, es wurden aber einige mögliche Erbkrankheiten festgestellt.

Hier sind einige davon:

Pyruvatkinase-Mangel: Die Krankheit verursacht einen Mangel an dem Enzym Pyruvatkinase, das für die normale Funktion der roten Blutkörperchen benötigt wird. Dieser führt zu einer deutlich reduzierten Lebensdauer der roten Blutkörperchen und damit zu einer Verringerung ihrer Anzahl im Kreislauf (Anämie).

Progressive Retinaatrophie (PRA): Die Krankheit führt zu einer fortschreitenden Erblindung, und es gibt keine Behandlungsmöglichkeit. Bereits bei Kätzchen, die erst 12 Wochen alt waren, wurde PRA diagnostiziert. Es wird vermutet, dass PRA bei Bengalkatzen durch ein rezessives Gen verursacht wird.

Flat-Chested-Kitten-Syndrom: Hierbei handelt es sich um Fehlbildung des Brustkorbs, die mit dessen Abflachung oder Einstülpung einhergeht und zu Atembeschwerden führen kann.

Hüftdysplasie: Eine orthopädische Erkrankung der Hüfte. Sie kann wenige oder keine Schmerzen verursachen, aber im schlimmsten Fall auch zu schweren Lahmheiten führen.

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Die Rasse hat eine höhere Prävalenz von HCM als einige andere Rassen. Die Erkrankung verursacht eine Verdickung des Herzmuskels und ist erblich bedingt.

 

Futter

Da Bengalkatzen sehr aktiv sind, brauchen sie eine ausgewogene und proteinreiche Ernährung. Sprechen Sie bei Fragen zur Ernährung Ihrer Katze mit Ihrem Tierarzt. Bengalkatzen sind exzellente Jäger und werden sich selbst Beute suchen, wenn sie als Freigängerkatzen gehalten werden.

 

Fünf Fakten über die Bengalkatze

  1. Das Fell der Bengalkatze hat Haare, die besonders schillernd glänzen. Dadurch wirkt es, als wären sie mit Glitzer oder Goldstaub besprüht worden.
  2. Vorsicht, wenn Sie ein Aquarium haben: Die Bengalkatze wird versuchen, mit ihren Pfoten darin zu fischen.
  3. Bengalkatzen sind keine „Couchpotatoes“ sondern extrem aktiv und wissen sich zu wehren wenn ihnen etwas nicht passt. Daher sind sie nicht für Familien mit Kindern geeignet.
  4. Eine Frau bezahlte 1990 einmal mehr als 50 000 Britische Pfund für eine Bengalkatze, was diese zum „Rolls-Royce der Katzen“ machte.
  5. Bengalkatzen sind die einzigen Katzen mit demselben Muster oder denselben Rosetten, die auch Leoparden, Ozelote und Jaguare tragen können.