Hautentzündung (Pyodermie)

Die Pyodermie ist für Tiere sehr unangenehm und eine Behandlung kann mehrere Wochen andauern.

Definition

Unter einer Pyodermie versteht man eine bakterielle Entzündung der Haut. Sie kann entweder nur die oberflächlichen Hautschichten betreffen, oder sich weiter in die Tiefe ziehen. Das Erscheinigungbild und die Stärke des Juckreizes sind variabel.

Ursachen

Zur normalen Hautflora gehören verschiedene Bakterienarten, ihre Anzahl ist durch das gesunde Hautmilieu reguliert. Gerät das Hautmilieu ins Ungleichgewicht, wie dies bei einer schlechten Immunlage, Allergien, Parasitenbefall oder anderem der Fall sein kann, vermehren sich einige Bakterien plötzlich sehr stark und es kommt zur Entzündung. Diese Hautinfektion löst Juckreiz aus, durch das Kratzen wiederum verstärkt sich die Hautinfektion. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist es einerseits wichtig, die Infektion konsequent zu therapieren, andererseits die Grundursache herauszufinden.

Eine Pyodermie ist, bei Einhaltung normaler Hygienemaßnahmen, nicht ansteckend.

Behandlung

Bei Verdacht auf eine Pyodermie wird eine Zytologie der Haut angefertigt und gefärbt, dies machen wir hier im Haus. Anhand der Zellen und Bakterien im Präparat kann oft schon ein geeignetes Antibiotikum ausgewählt werden. Im manchen Fällen kann es jedoch nötig sein, die Bakterien anzuzüchten und einen Resistenztest zu machen, um das optimal wirksame Medikament zu finden.

Vor allem die äußeren Schichten der Haut sind für Antibiotika schwierig zu erreichen, da sie nicht direkt durchblutet sind. Als Konsequenz müssen hautwirksame Antibiotika in der Dermatologie oft über Wochen bis Monate (!!) verabreicht werden, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen. Wenn zusätzlich von Außen mit Shampoos, Lotions o.ä. behandelt wird, beschleunigt dies die Heilung.

Komplikationen

Auch in der Tiermedizin gibt es leider immer mehr Bakterien, die nicht auf ein Antibiotikum ansprechen, also resistent sind. Deshalb ist es besonders wichtig, das richtige Antibiotikum zu wählen und dieses auch lange genug zu verabreichen. Setzen Sie das verabreichte Antibiotikum nicht selbstständig ab, bevor nicht kontrolliert wurde, ob die Hautinfektion tatsächlich abgeheilt ist. Die resistentesten Bakterien überleben am längsten. Auch wenn das Hautbild optisch schon schön aussieht, können diese Keime noch immer auf der Haut sein und sich nach Absetzen des Antibiotikums wieder vermehren.

Besonders bei wiederkehrenden Infektionen sollte möglichst rasch eine Aufarbeitung der Grundursache erfolgen, da nur die Behandlung dieser auf Dauer auch zu einer reizlosen Haut führt.

© AniCura

Wenden Sie sich an einen Tierarzt

Wenn Sie diese Symptome bei Ihrem Ihrem Haustier feststellen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Tierarzt zu wenden.

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