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Darmdrehung beim Hund – Überlebenskünstlerin Vicky

Um eine Überlebenskünstlerin handelt es sich bei Vicky, einer 2,5 Jahre alten Labrador-Hündin. Nachdem sie morgens große Mengen Wasser erbrochen hatte und sie zunehmend schlapper und apathischer wurde, wurde sie am frühen Nachmittag in unserem Wochenend-Notdienst vorgestellt.

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Symptome und erste Untersuchungen

Es fiel sofort auf, dass Vicky sich immerzu hinlegen wollte und ihr Blick verriet, dass es ihr alles andere als gut ging. Aufgrund des alarmierenden Zustandes (trauriger Blick, ständiger Drang sich hinzulegen, blasse Schleimhäute und Bauchschmerzen) wurden Röntgenbilder angefertigt, die die typischen fahrradschlauchartigen Darmschlingen (dilatiert und luftgefüllt) zeigten und somit den Verdacht eines Volvulus (Drehung) erhärteten.

Eine risikoreiche Operation

Vicky wurde unverzüglich notoperiert. Der Dünndarm hat sich gedreht und große Teile davon waren bereits abgestorben, wie sich anhand der Zyanose/Blaufärbung des Dünndarms auf den Fotos erkennen lässt. Diese Verfärbung entsteht aufgrund von Sauerstoffmangel im Blut, wie in diesem Fall durch die Drehung und Einengung der Blutgefäße an der Gekrösewurzel (=Aufhängung des Darms). Die Bilder von Vickys Darm wurden unmittelbar nach der operativen Entfernung des Darms aufgenommen, die Verfärbung war schon während der Operation so intensiv ausgeprägt. Wie bei der Magendrehung ist die Ursache auch bei der Darmdrehung noch nicht vollständig geklärt, auffallend häufig sind Schäferhunde betroffen.
Die Prognose bei einer Darmdrehung beim Hund ist in der Regel vorsichtig bis schlecht, nur wenige Tiere überleben diese Erkrankung. Die meisten Tiere sterben noch während der Narkoseeinleitung oder der OP. Es wird angenommen, dass es aufgrund der Endotoxine, die sich durch die Drehung und die fehlende Durchblutung bilden, zu einem Versagen der Organe kommt, was zum Tod des Hundes führt.
Trotz der schlechten Prognose und der geringen Überlebenschance entschieden sich die Besitzer dazu, die OP durchführen zu lassen und Vicky eine Chance zu geben. Der abgestorbene Dünndarm wurde auf einer Länge von ca. 1,4 m entfernt und die gesunden Darmenden zusammengenäht. Zum Verständnis; ein Hund besitzt je nach Rasse und Größe 2 bis 5 Meter Darm, bestehend aus Dünn- und Dickdarm. Hündin Vicky wurde durch die lebensrettende Operation somit nahezu das gesamte Jejunum (Leerdarm) entfernt, weshalb die Prognose sehr vorsichtig war.

Vickys überraschende Genesung

Doch Vicky sollte uns überraschen: am nächsten Tag stand sie nicht nur schwanzwedelnd in ihrer Box, sondern forderte auch ihr Frühstück ein. Doch noch war das Bangen um Vicky nicht vorbei, denn insbesondere die ersten 3 Tage nach der Operation sind sehr kritisch, weil dies in etwa die Zeit ist, in der Darmnähte zusammenwachsen. Auch die Entfernung von Darmteilen kann nach der Operation einer Darmdrehung oder eines Darmverschlusses zu Problemen beim Hund führen, so können Durchfall oder Resorptionsstörungen als Komplikationen auftreten. Im Fall von Vicky gab es in dieser Hinsicht erstaunlicherweise keinerlei Probleme – sie zeigte weder Durchfall noch Mangelerscheinungen. Die junge Hündin überstand neben der Operation auch die kritischen 3 Tage nach der Operation ganz ohne Probleme und konnte bereits nach 1,5 Tagen stationärem Aufenthalt nach Hause entlassen werden.

Wir freuen uns sehr, dass sich die süße Vicky vollständig von der Operation erholt hat und inzwischen wieder ganz die Alte ist.

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© Text und Fotos: Dr. Kerstin Sauerbrey, Tierärztin, AniCura Kleintierzentrum Neu-Ulm

 

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