An unserer Klinik bieten wir viele verschiedene Möglichkeiten bildgebender Diagnostik an. Die ausgewählten Verfahren richten sich nach der Indikationsstellung für den jeweiligen Patienten, also der Frage mit welcher Untersuchung man voraussichtlich bestmögliche Aussagen über die Ursache der Problematik erreichen kann. Unsere Klinik verfügt über eine große Palette modernster bildgebender Verfahren, die individuell und gezielt für jeden Patienten ausgewählt werden. So stellen wir sicher, dass jede Untersuchung nach höchsten Standards durchgeführt wird und bestmögliche Ergebnisse liefert.
Hierbei wird der Körper mit Röntgenstrahlen durchleuchtet und auf einem zweidimensionalen Bild dargestellt. Unterschiede in der Dichte von Gewebe, Knochen oder Luft führen zu verschiedenen Graustufen auf dem Bild.
Röntgen wird häufig zur Untersuchung von Notfall- und Traumapatienten und auch als Screening Untersuchung eingesetzt, um in kürzester Zeit eine Übersicht über die zugrundeliegende Problematik zu Erhalten. Auch bei konkreteren Fragestellungen, der Untersuchung von Knochenbrüchen, Gelenkserkrankungen oder angeborenen Fehlstellungen, der Untersuchung des Brustkorbs und des Bauchraumes kommt die Röntgendiagnostik sinnvoll zum Einsatz.
Dank neuester Röntgengerätetechnik, digitaler Bilderfassung und Bildbearbeitung kann die Strahlenbelastung für unsere Patienten und die Untersuchenden äußerst geringgehalten werden.
Bei der Ultraschalluntersuchung (oder Sonographie) werden Bilder des Körperinneren mit Hilfe von Schallwellen generiert. Hierbei werden Schallwellen genutzt, deren Frequenz oberhalb der Hörgrenze (Ultraschall) liegen. Die untersuchten Körperstrukturen reflektieren diese Schallwellen auf unterschiedliche Art und Weise. Nun kann durch das Zurückkehren der Reflektionen und der Verarbeitung dieser Informationen Bilder auf einem Monitor generiert werden.
Ultraschalluntersuchungen sind schmerz- und strahlenfrei Untersuchungen, die wir fast immer ohne Sedation oder Narkose durchführen. Nur in sehr vereinzelten Fällen müssen unsere Patienten zusätzlich beruhigt werden.
Am häufigsten führen wir Ultraschalluntersuchung von den Bauchorganen und dem Herzen (s. Echokardiographie) durch. Jedoch eignet sich die Untersuchung auch für besondere orthopädische Fragestellungen an Sehnen, Bändern und Gelenken. Untersuchungen der Schilddrüse, für ausgewählte Probleme der Augenheilkunde und Trächtigkeitsuntersuchungen sind ebenfalls üblich.
In den letzten Jahren haben zunehmend weiterführende, spezielle Verfahren zur Untersuchung von Traumapatienten an Wichtigkeit gewonnen. Diese tierärztliche Point-of-Care-Ultraschalluntersuchung (POCUS) ist eine rasche, evidenzbasierte, nicht-invasive und wiederholbare Untersuchung direkt dort, wo sich der kritische Patient befindet – in der Notaufnahme oder am Patientenbett/käfig. Die Technik zielt darauf ab, klinisch relevante Fragen zu beantworten, ohne das Wohlbefinden des Tieres weiter zu gefährden.
Ablauf Ultraschall
Eine gründliche Darstellung aller Organe des Bauches dauert in etwa 15-30 min. Wann immer möglich dürfen Sie als Patientenbesitzer während der Untersuchung dabeibleiben und beruhigend auf Ihr Tier einwirken. Während der Durchführung versuchen wir Ihnen zeitgleich die erhobenen Befunde leicht verständlich zu erklären und Ihnen diese auch auf dem Monitor zu zeigen.
Um optimale Untersuchungsbedingungen zu schaffen, ist es nötig, Ihr Tier an der zu untersuchende Stelle gründlich zu rasieren. Nur so kann eine gute Bildqualität erzielt und Befunde erstellt werden. Unsere Patienten werden meist in Rückenlage auf einer weichen Unterlage untersucht. Dies kann bei instabilen Patienten durchaus variieren.
Was sollten Sie als Besitzer bei der Ultraschalluntersuchung Ihres Tieres beachten?
- Unsere Patienten sollten zur Ultraschalluntersuchung des Bauches möglichst nüchtern vorgestellt werden. Eine Fütterung am Vorabend der Untersuchung ist meist ein adäquater Zeitraum. Für unsere Heimtieren gelten jedoch andere Bedingungen, die sie konkret mit unserem Team oder bei der Terminvereinbarung besprechen.
- Aufnahme von Wasser ist bis zur Untersuchung erlaubt, wenn dies nicht im Übermaß geschieht.
- Als günstig für die Untersuchung erweist sich eine gut gefüllte Harnblase. Machen Sie daher kurz vor dem vereinbarten Ultraschalltermin keine ausgedehnten Spaziergänge und versuchen sie den spontaner Urinabsatz vor dem Termin, wenn möglich zu vermeiden.
Endoskopie
Eine Endoskopie ist eine minimalinvasive Untersuchung von Körperhöhlen mit Hilfe einer Kamera.
In unserer Klinik verwenden wir endoskopische Verfahren überwiegend in der Inneren Medizin, der Chirurgie und der Dermatologie. Je nach untersuchtem Organsystem ergeben sich mannigfaltige diagnostische Möglichkeiten. Diese gehen über das reine Visualisieren der Organe hinaus und bieten zudem auch diagnostische und kurative Aspekte.
Dadurch kann In der Regel mit Hilfe der Endoskopie nicht ein Bild Veränderungen gewonnen werden, sondern es besteht die Möglichkeit zu einer klaren Diagnose zu kommen. Dies ist meist in Verbindung mit weiterführenden labordiagnostischen und pathologischen Untersuchungen der gewonnenen Proben erreichbar. Im Falle von Fremdkörpern in Bereichen des Atmungstraktes oder des Magen-Darmtraktes ist häufig eine direkte Entfernung und somit kurative Behandlung möglich.
Endoskopien werden ausschließlich in Vollnarkose durchgeführt.
- Gastroskopie / Gastroduodenoskopie
Hierbei handelt es sich um die Darstellung der Innenbereiche von Speiseröhre, Magen und vorderem Dünndarm (Zwölffingerdarm). Diese Untersuchung kommt vor allem beim Vorliegen von chronischen Magen-Darmbeschwerden zum Einsatz. Voraussetzung hierfür ist eine sehr gründliche vorangegangene Aufarbeitung der bestehenden Probleme. Da es sich bei der Endoskopie zwar um einen minimalinvasiven, und dennoch aufwändigen Untersuchungsschritt in Narkose handelt, sehen wir es als sinnvoll zunächst andere diagnostische Möglichkeiten auszuschöpfen. Wir beraten sie hierzu gerne und ausführlich.
Wird eine Endoskopie notwendig, so sollten wann immer möglich Gewebeproben aus Magen und Dünndarm entnommen werden. Diese werden im Anschluss in spezialisierten pathologischen Laboren untersucht.
Als Vorbereitung für eine Gastroduodenoskopie müssen die Patienten mindestens 24h vor der Untersuchung fasten, da sich ansonst Futtermittelbestandteile in Magen und Darm finden und die Sicht massiv einschränken. Das Trinken von Wasser ist erlaubt.
Im Fall eines verschluckten Fremdkörpers ist ein 24h fasten nicht möglich. Häufig. jedoch leider nicht immer, kann das Fremdmaterial auch mit Futterbestandteilen im Magen gut visualisiert und entfernt werden.
- Coloskopie - die Spiegelung des Dickdarms und des Enddarms.
Bei der Coloskopie werden die Innenbereiche von Dickdarm und der Enddarm bildlich dargestellt. Dies erfordert einen vollständig entleerten Enddarm, da sonst die Sicht zu sehr beeinträchtigt wird. Die Vorbereitungszeit ist somit länger als für die Gastroduodenoskopie und beträgt in der Regel eine Fastenzeit von 48 Stunden vor der Untersuchung. Zudem wird die Darmtätigkeit mit abführenden Substanzen angeregt. Das Trinken von Wasser ist uneingeschränkt erlaubt.
- Zystoskopie
Die Zystoskopie ermöglicht die Darstellung der Harnwege (Mündung der Harnleiter, Harnblase und Harnröhre) mittels einer Kamera, welche über die Harnröhre unter Vollnarkose eingeführt wird. Die Durchführbarkeit ist abhängig von Geschlecht und Größe des Patienten. In der Regel lassen sich Hündinnen und Rüden (10-20kg) gut untersuchen. Dies kann jedoch in Einzelfällen variieren.
Die Untersuchung wird vor allem zur Darstellung ektopischer Ureteren (angeborene Fehleinmündung der Harnleiter in die Harnblase) und chronischen Zystopathien durchgeführt und ermöglicht eine gezielte Probenentnahme von pathologischem Gewebe.
Auch diese Untersuchung empfehlen wir nur nach klarer Indikationsstellung und begleiten Sie und ihr Tier gerne auf dem diagnostischen Weg.
- Rhinoskopie
Die Spiegelung der Nasenhöhle wird bei chronischen Erkrankungen des oberen Atmungstraktes (Schnupfen, Niesen, nasaler Stridor) oder akuten Blutungen durchgeführt. Die Untersuchung bietet den Vorteil tief in die Nase einsehen zu können. Bei Katzen und kleinen Hunden ist dies jedoch manchmal aufgrund der sehr kleinen Strukturgegebenheiten nicht für alle Bereiche gegeben. Auch hier werden im Untersuchungsverlauf Proben der Gewebe oder von vorliegenden Veränderungen entnommen. Die entstehende Blutung ist fast immer selbstlimitierend und die die Beeinträchtigung der Atmung durch Blutgerinnsel oder Schwellungen nach dem Eingriff ist für die Patienten nur milde ausgeprägt.
Sehr häufig empfehlen wir Rhinoskopien im Zusammenhang mit weiteren bildgebenden Verfahren durchzuführen. Da mit endoskopischen Verfahren nur der „Innenraum“ betrachtet werden kann, wird keine Information über die umliegenden Strukturen gewonnen. Durch Voranstellen einer Computertomographie (CT) des Schädels in der gleichen Narkose können wir unser Bild abrunden. Hierbei werden die knöchernen Strukturen, die Nasennebenhöhlen, und die Conchien (Nasenturbinalia) dargestellt. Auch auf Veränderungen an der Nasenschleimhaut, wie deutliche Verbreiterung oder tumoröse Entartung, können mit der CT-Untersuchung besser erfasst werden.
Beide Untersuchungen in Kombination bieten die beste Möglichkeit eine konkrete Diagnose bei chronischen Erkrankungen der oberen Atemwege zu stellen und ermöglichen somit auch die Wahl einer spezifischen Therapie.
Wichtig ist auch hier ein verantwortungsvoller Umgang mit der Beratung zur Notwendigkeit dieser Untersuchung. Leider gibt es beim wachen Tier, nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur Untersuchung der Nase, der Nasennebenhöhlen und des Rachens. Je nach Symptomatik und Ausprägegrad werden wir daher möglicherweise schon frühzeitig zu Durchführung raten.
- Trachobronchoskopie
Eine Untersuchung des unteren Atmungstrakts (Luftröhre und Bronchien) aufgrund ausgeprägter oder chronischer Atemsymptomatik kommt beim Tier ebenfalls häufig zum Einsatz.
Auch hier empfehlen wir immer eine vorangestellte und begleitende Untersuchung des Brustkorbs mittels CT, da eine reine Bronchoskopie nicht ausreichend vorliegende Bronchien- und Lungenerkrankungen erfassen kann.
Der Vorteil des endoskopischen Verfahrens liegt jedoch darin, dass wie auch im Magendarmtrakt, Proben entnommen werden können. Zum einen handelt es sich hier um Proben der entstandenen Sekrete und zum anderen werden regelmäßig Spülproben (BAL - Bronchiallavage) durchgeführt und zur Analyse in spezialisierte Labore gesendet. Hier erfolgt dann je nach Verdachtsdiagnose eine Untersuchung auf Mikroorganismen oder auch Lungenwurmspezies. Eine zytologische Untersuchung der Proben findet in jedem Fall statt, da schon die Art des Entzündungsbildes wichtige Hinweise auf die Ursache der Problematik liefern kann.
Die Empfehlung zur Durchführung einer Tracheobronchoskopie werden wir nur nach klarer Indikationsstellung aussprechen. Dies erfordert, wie auch bei den anderen endoskopischen Verfahren, eine gründliche Erhebung des Vorberichts und Durchsicht der bestehenden Befunde, sowie eine primäre Vorstellung des Patienten in unserer internistischen Abteilung.
Aufgrund des erhöhten Narkoserisikos dieser Atemwegspatienten ist die Indikationsstellung sehr eng und das für-und-wider muss gründlich abgewogen werden.
Wir beraten Sie hierzu gerne und ausführlich.
- Arthroskopie
Wir haben zusätzlich speziell für die minimalinvasive Chirurgie ausgerüstete Geräte (Endoskopie-Turm und einen entsprechend elektrisch kippbaren OP-Tisch). Hier werden neben Gelenkspiegelungen (Arthroskopie) auch Operationen im Brustkorb (Thorakoskopie) und Bauchraum (Laparoskopie) minimalinvasiv durchgeführt. Weiterhin sind intraoperative Röntgenaufnahmen, bzw. Kontrastmittelstudien (z. Bsp. bei Leber-Shunts), aber auch interventionelle kardiologische Eingriffe durch einen modernen fahrbaren C-Bogen möglich.
Bei einer MRT-Untersuchung wird mit einem starken Magnetfeld und Hochfrequenzfeldern gearbeitet. Diese Methode erlaubt vor allem eine hervorragende und detaillierte dreidimensionale Darstellung von den Weichteilgeweben des Körpers. Eine Strahlenbelastung durch Röntgenstrahlen entsteht nicht.
Bei unserem Gerät handelt es sich um ein Niederfeldgerät (Esaote VetMR Grande), was aber spezeill für die Tiermedizin entwickelt wurde und damit zu den modernsten Geräten auf dem Markt zählt und MRT-Untersuchungen auf höchstem Niveau ermöglicht.
In unserer Klinik findet das MRT vor allem im Fachgebiet der Neurologie und auch der Chirurgie eingesetzt.
Da die Patienten über einen gewissen Zeitraum absolut ruhig lieben bleiben müssen, um relevante und aussagekräftige Bilder zu erhalten, findet die Untersuchung immer in Vollnarkose statt. Eine Überwachung des Patienten wird ununterbrochen und mit Sichtkontakt über moderne Narkosegeräte gewährleistet.
Die häufigsten Gründe für eine MRT sind Fragestellungen bei Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks. Für die Abklärung von zentralen neurologischen Symptomen ist die MRT ein wichtiger diagnostischer Faktor, findet jedoch immer in Kombination mit weiteren diagnostischen Maßnahmen (z.B. neurologische Untersuchung, Blutuntersuchung, Liquoruntersuchung) statt.
Auch bei neurologisch-orthopädischen Problemen (Lahmheiten, Schwäche, ausgeprägter Schmerz), ist eine bildgebende Darstellung der Wirbelsäule, des Rückenmarks, der Bandscheiben und der anliegenden nervalen Strukturen essenziell.
Nur bei einer klaren Diagnosestellung kann gezielt therapiert und die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs abgewogen werden.
Auch in der Orthopädie findet die MRT je nach Indikationsstellung ihren Einsatz. Aufgrund des hervorragenden Weichteilkontrastes können alle Arten von Weichgewebe, Bänder-, Sehnenstrukturen, wie sie im Kniegelenk, oder im Schulter- und Ellbogengelenk vorkommen dargestellt werden.
Dieses Verfahren basiert ebenfalls auf Röntgentechnik, liefert aber in kürzester Zeit digitale Schnittbilder des Körpers, so dass einzelne Organe, Gewebe oder Strukturen viel genauer dargestellt und voneinander abgegrenzt werden können. Die CT -Untersuchung eignet sich besonders für orthopädische Fragestellungen, die Suche nach Tumoren, Metastasen oder bei speziellen Krankheitskomplexen, bei denen eine einfache Röntgenaufnahme oder eine Ultraschalluntersuchung nicht ausreichen.
Vor allem auch bei Erkrankungen, die im Zusammenhang mit dem Brustkorb stehen (Lunge, Gefäße, Brusthöhle) nimmt die CT-Untersuchung einen großen Stellenwert ein und liefert risikoarm weitreichende Ergebnisse. Weiterhin kommt die CT bei Untersuchungen des Bauchraumes, die mit Ultraschall alleine nicht möglich sind, zum einsatz. Beispielsweise können über eine CT-Angiografie Kontrastmittel-gestützt der Gefäßverlauf von Bauchgefäßen dargestellt werden. Auch die Erkennung von Tumoren ist damit verbessert.
Die Computertomografie hat eine zunehmende Bedeutung bei der Untersuchung von Veränderungen der Zähne und Zahnwirzeln. Zunehmend wird die Technik vor allem bei den Kleinsäugern hierfür verwendet.
Ein besonderer Vorteil entsteht durch die Möglichkeit einer dreidimensionalen Rekonstruktion der untersuchten Körperregionen, was die Planung von Operationen oder gezielten Eingriffen erleichtert.
In nahezu allen Fällen ist für die CT-Untersuchung eine Narkose des Patienten erforderlich.
Eine Durchleuchtung muss vor allem dann eingesetzt werden, wenn während einer Operation instrumentelle Eingriffe unter Bildkontrolle beobachtet werden sollen. Die entsprechenden Körperareale und Organe werden mittels Röntgenstrahlung als Filmsequenz in Echtzeit auf einem Monitor abgebildet, eine genaue Überprüfung des Eingriffs ist somit möglich.
Typische Anwendungen in unserer Klinik sind:
- intraoperative Bildgebung zur Lagekontrolle von Implantaten
- interventionelle Kardiologie
