Corona Informationen

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Alle Jahre wieder: Zeckenzeit

Hunde- und Katzenbesitzer können mit folgenden Zecken Bekanntschaft machen:

  • Holzbock (Ixodes ricinus)
  • Auwaldzecke (Dermacentor reticularis) 
  • Braunen Hundezecke (Ripicephalus sanguineus)

Eine aktuelle Studie aus Österreich belegt die Infektionsgefahr durch Zecken bei Hunden.
Im allgemeinen sitzen die erwachsenen Zecken oder ihre Entwicklungsstadien (Larven, Nymphen) auf Gräsern und werden im Vorbeilaufen von Tier oder Mensch abgestreift.
Ein einzelner Zeckenstich wäre im allgemeinen nicht gefährlich, wenn sich die Wunde nicht entzündet. Allerdings übertragen viele Zecken die Erreger verschiedener Krankheiten, z.B.:

  • Borrelien
  • Babesien
  • Anaplasmen
  • Ehrlichien
  • FSME

Diese Infektionskrankheiten können zu ernsten, oft langwierig zu therapierenden Erkrankungen führen.

Beim Mensch tritt auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auf, die durch Viren im Speichel von infizierten Zecken ausgelöst wird. Bei Hunden werden Fälle von FSME äußerst selten diagnostiziert. Eine neue Studie ist dabei, die Häufigkeit einer Infektion beim Hund zu bewerten.

So schützen Sie Ihr Tier vor Zecken:

  • Tiere, die regelmäßig ins Freie gehen, können durch Zeckenschutzpräparate (Spot-On, Sprays, Halsbänder) vorbeugend geschützt werden
  • Regelmäßig auf Zecken kontrollieren (besonders die wenig behaarte, dünne Haut an Kopf, Ohren, Achseln, zwischen den Zehen und Innenschenkeln)
  • Achtung: die Larven und Nymphen sind oft sehr klein; Tiere mit langem, dunklem Fell besonders sorgfältig absuchen!
  • Zecken sachgemäß entfernen (z.B. Zeckenzange, Zeckenhaken): gleichmäßig und gerade herausziehen
  • Zecke entsorgen (auf Tesa-Band kleben und über den Hausmüll entsorgen)
  • passendes Zeckenschutz-Präparat verwenden
    Achtung: durch Waschen oder beim Schwimmen können die Präparate teilweise abgewaschen werden!
  • Für Katzen können Wirkstoffe, die für den Hund bestimmt sind, wie z.B. Permethrin, lebensgefährlich werden. Auch Teebaumöl darf keinesfalls bei Katzen verwendet werden! Hier droht Vergiftungsgefahr!

Das Thema Borreliose-Impfung wird von Experten sehr unterschiedlich bewertet.

Lassen Sie sich daher individuell zu den Themen Antiparasitika sowie Impfungen von uns beraten!

Eine ausführliche, gut lesbare Information der ESCCAP - einer europäischen Vereinigung von Veterinärparasitologen - zum Thema Zecken beim Hund finden Sie hier.

Antiparasitika

Die Industrie bietet verschiedene Antiparasitika an, die sich in der Anwendungsform, Wirkungsdauer und dem Wirkstoff unterscheiden.

Spot-on's werden zwischen die Schulterblätter mit Hilfe einer Pipette geträufelt. Alle Präparate sind weitgehend wasserfest und ein Regenschauer kein Problem.

Wirkungsdauer von Antiparasitika:

  • Halsbänder: 5-6 Monate
  • Spot-on's: 3-4 Wochen
  • Sprays: 3-4 Wochen

Beim Einsatz gegen Zecken empfiehlt sich für Hunde ein Präparat mit akarizider und repellierender Wirkung. Dies sind Präparate, deren Wirkstoffe zur Gruppe der Pyrethroide gehören, z.B. Permethrin, Deltamethrin und Flumethrin.

Bei Katzen dürfen Wirkstoffe, die zur Gruppe der Pyrethroide gehören, nicht angewandt werden wegen einer Stoffwechselbesonderheit. Wir beraten Sie gerne.

Eine Anwendung bei Hundewelpen (älter als 7 Wochen), tragenden und säugenden Hündinnen ist je nach Produkt möglich.

Die Wirkung der Präparate ist auf die Hautoberfläche beschränkt und der Hund resorbiert keine oder nur äußerst geringe Mengen an Wirkstoff. Die Belastung des Organismus ist also minimal.

Zeckenmythen

Was Sie über Zecken wissen sollten:

Mythos Wahrheit
Zecken lassen sich von Sträuchern oder Bäumen herabfallen. Zecken leben auf dem Boden und krabbeln an Grashalmen hoch. Dort werden sie im Vorbeilaufen abgestreift.
Zecken gibt es nur im Sommer. Zecken sterben im Winter nicht ab, sondern sind – je nach Temperatur - wenig aktiv. Daher kann Ihr Tier auch in den Wintermonaten von einer Zecke befallen werden.
In unserer Region/in unserer Stadt gibt es keine Zecken. Zecken sind in Deutschland weitverbreitet, auch in den Städten. Im Larvenstadium sind die Zecken nur 0,5 mm groß.
Zecken werden am besten durch Betupfen mit Alkohol, Nagellack oder Öl entfernt. Keinesfalls sollte Sie diese Mittel einsetzen! Entfernen Sie Zecken mit einem speziellen Werkzeug (Zeckenhaken), die es bei Ihrem Tierarzt oder in jeder Apotheke gibt.
Zeckenmittel wirken nicht! Auch Zeckenmittel können nicht zu 100% schützen: Bereits bei einem Schutz von 99% werden von 1000 Zecken immer noch 10 Zecken beißen.
Mein Mücken- bzw. Insektenspray hilft auch bei meinem Tier. Der starke Geruch vieler Sprays ist für die empfindliche Hundenase eine Qual. Nicht jedes Mittel ist für Tiere verträglich. Die Mittel verdampfen innerhalb weniger Stunden und wirken nur abwehrend, nicht abtötend.
Vorbeugend gegen Zecken kann man Knoblauch füttern. Eine Wirkung von Knoblauch zur Zeckenabwehr ist nicht nachgewiesen. Außerdem kann Knoblauch bei manchen Hunden eine Zerstörung der roten Blutkörperchen verursachen.
Vorbeugend können Katzen mit Teebaumöl besprüht oder eingerieben werden. Keinesfalls! Teebaumöl ist für Katzen hochgiftig und kann zu Nierenschäden führen!
Behandeln sollte man nur, wenn das Tier von einer Zecke gebissen wurde. Vorbeugen ist besser als behandeln: Zecken können leicht übersehen werden. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass sich Krankheitserreger, z. B. Borrelien, ausbreiten.
Mein Hund geht selten nach draußen. Selbst bei einem kurzen Spaziergang zum Gassigehen kann der Hund von einer Zecke befallen werden.