Zahnsanierung Katze

Zahnsanierung Katze

So wie auch wir Menschen sollten untere Katzen regelmäßig zum Zahn-Check. Ob eine Zahnsteinentfernung ausreichend ist oder eine ganze Zahnsanierung bei der Katze ansteht, hängt von vielen Faktoren ab. Erfahren Sie hier alle wichtigen Fakten zur Zahnsanierung bei Katzen.

Katzenzähne: Zahnstein, Plaque und FORL

Auch die Zähne unserer Vierbeiner können mit verschiedenen Problemen behaftet sein – im wahrsten Sinne des Wortes. Wohl das häufigste Zahnproblem bei Katzen ist der Zahnstein: Aus Futterresten, Bakterien und Speichel bilden sich zunächst weiche Beläge (Plaque), die sich später verhärten. Zahnstein führt im Folgenden oft zu Zahnfleischentzündung und die enthaltenen Bakterien können sogar durch den Körper wandern und andere Organe befallen.

Neben Zahnfehlstellungen oder verletzten Zähnen (etwa abgebrochene Zähne) ist die Zahnerkrankung FORL (feline odontoklastisch-resorptive Läsionen) sehr wichtig in der Katzen-Zahnmedizin. Hier finden Sie ausführliche Informationen dazu: FORL bei der Katze

Regelmäßiges Zähneputzen schützt

Sie können versuchen, Ihrer Katze regelmäßig die Zähne zu putzen. Es gibt dafür eigens hergestellte Produkte wie z. B. Zahnpasta mit Fleischgeschmack. Mit etwas Gewöhnung lassen viele Katzen das gut mit sich machen. Außerdem gibt es Futter, das die Reinigung der Zähne unterstützt. Trockenfutter erzeugt einen höheren Abrieb als Nassfutter, spezielles Zahnfutter steigert diesen Effekt noch. Grundsätzlich sollte das Futter von hoher Qualität sein. 

Insbesondere das Auftreten von Zahnstein kann mit solchen Maßnahmen massiv verringert werden. Außerdem werden andere Probleme schneller augenfällig und können zeitnah einem Tierarzt vorgestellt werden. Achten Sie vor allem auf üblen Geruch aus dem Maul, verändertes Fressverhalten und/oder gerötetes Zahnfleisch.

Einmal jährlich sollte der Tierarzt ohnehin auf die Zähne Ihres Lieblings schauen. Je nach Zahnsteinbefall findet dann bestenfalls auch eine professionelle Reinigung der Katzenzähne statt.

Zahnsanierung bei Katzen: Wann ist sie notwendig?

Wenn Ihre Katze Zahnprobleme hat, kann es sein, dass eine Zahnsanierung sinnvoll wäre. Sie erkennen Zahnprobleme bei Ihrer Katze an üblem Geruch aus dem Maul, schlechtem Fressen oder einseitigem Kauen. Auch ein erhöhter Speichelfluss oder eine reduzierte Putztätigkeit deuten auf Zahnschmerzen bei der Katze hin. Zieht sich Ihr Liebling zurück oder äußert Schmerzlaute bei Berührung des Mauls, sollten Sie sie unbedingt einem Tierarzt vorstellen!

Und auch wenn bei der routinemäßigen Zahnkontrolle starker Zahnsteinbefall, ggfs. auch schon Entzündungen und weitere Zahnprobleme auffallen, ist es Zeit für eine Zahnsanierung bei der Katze. Diese kann, muss aber nicht, von einem Tierzahnarzt durchgeführt werden. Auch Tierärzte, die sich im Zahnbereich fortgebildet haben und die entsprechende Ausrüstung besitzen, können eine Zahnsanierung bei Katzen fachgerecht durchführen.

Katzen sind besonders: Braucht meine unsaubere Katze eine Zahnsanierung?

Katzen verbergen ihre Schmerzen oft lange. Oder sie äußern sie auf ungewöhnlichen Wegen: Schmerzen und körperliches Unwohlsein verursachen einer Katze Stress. Dieser kann sich dann über Unarten oder Verhaltensstörungen Bahn brechen. Ein häufiges Verhalten gestresster Katzen ist z. B. Unsauberkeit. So kann es also tatsächlich sein, dass Ihre Katze eigentlich massive Zahnschmerzen hat (z. B. aufgrund einer FORL-Erkrankung) – und in die Wohnung pinkelt. Bestrafen Sie sie nicht, sondern gehen Sie dem Problem unbedingt auf den Grund!

Zahnsanierung Katze: Ablauf

Am Tag der Zahnsanierung bleibt Ihre Katze nüchtern. Dies verhindert, dass sie bei etwaiger Übelkeit durch das Narkosemittel Futter erbricht und einatmet. Sollten weitere Maßnahmen notwendig sein, wird Ihr Tierarzt Sie im Vorfeld der Katzen-Zahnsanierung darauf hinweisen.

Zu Beginn der Zahnsanierung werden Röntgenbilder der Zähne und Kieferknochen angefertigt. Da normalerweise nur die Zahnkrone von außen sichtbar ist, die Zahnwurzeln aber unter Zahnfleisch und Kieferknochen verborgen sind, braucht es diese, um den genauen Zustand der Zähne einschätzen zu können. Zähne, die von oben betrachtet gesund aussehen, können in der Tiefe bereits erkrankt sein. Auch Zahnfehlstellungen oder Zahnwechselprobleme können nur so adäquat festgestellt und im Folgenden korrekt behandelt werden.

Wichtig: Insbesondere die FORL-Erkrankung bei Katzen kann in der Tiefe die Wurzeln komplett zersetzt haben – der Zahn sieht aber oberflächlich gesund aus. Diese Erkrankung ist extrem schmerzhaft für die Katzen und muss unbedingt umfassend behandelt werden!

Im Verlauf der Zahnsanierung der Katze wird vorhandener Zahnstein mittels Ultraschall entfernt. Die Zahnfleischtaschen zwischen den Zähnen werden gründlich gereinigt und die Zahnflächen poliert. Die glatte Oberfläche verlangsamt die Neubildung von Zahnstein deutlich.

Bereits schwer erkrankte Zähne werden gezogen. Bei abgebrochenen Zähnen bzw. anderen Zahnproblemen wird die passende Therapie eingeleitet. Mittlerweile ist in der Katzenzahnheilkunde einiges möglich, was wir selbst vom Zahnarzt kennen. Der Erhalt der Zähne steht dabei immer im Vordergrund. Nur, wenn er wirklich unrettbar verloren ist, wird ein Zahn gezogen.

Nach der Zahnsanierung bei der Katze werden – je nach Bedarf – noch einmal Röntgenbilder angefertigt. Dies ist besonders nach Zahnentfernungen notwendig, um sicherzugehen, dass keine Wurzelreste verblieben sind, die sich entzünden könnten. Ihr Liebling wird mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten versorgt. Bei größeren Eingriffen wird gelegentlich auch eine Antibiotika-Therapie notwendig sein. Beides führen Sie zu Hause nach Verordnung der Tierarztes noch einige Tage fort. 

Ist Ihre Katze nach der Zahnsanierung wieder richtig wach, können Sie sie mit nach Hause nehmen. Wann und was sie dann fressen darf, wird der Tierarzt Ihnen im Detail erläutern. Ebenso, ob eine Nachkontrolle erforderlich ist, etwa nach einer Zahnextraktion (= Ziehen eines Zahnes).

Es ist gut möglich, dass Ihre Katze nach der Zahnsanierung eine empfindliche Maulregion hat und dort nicht gestreichelt werden möchte. Auch zögerliches Fressen gehört in den ersten Tagen dazu, sollte aber sichtlich besser werden.

Katze nach Zahnsanierung: Eine Katze ohne Zähne?

Nach z. B. schwerwiegenden Fällen von FORL kann es passieren, dass in der Zahnsanierung viele oder sämtliche Zähne gezogen werden müssen. Dies ist natürlich erstmal ein Schock. Kann eine Katze ohne Zähne überhaupt überleben und wie ist es dann um die Lebensqualität bestellt? Kann meine Katze nach der Zahnsanierung nur noch flüssig ernährt werden?

Wir können Sie beruhigen: In der Regel kommen Hauskatzen ohne Zähne hervorragend zurecht. Sie müssen ja nicht jagen, um sich zu ernähren. In den ersten Wochen nach der Zahnsanierung bekommt die Katze nur Nassfutter und erhält unterstützend Medikamente. Sind alle Nähte erfolgreich abgeheilt und hat sich das Zahnfleisch über dem Kiefer geschlossen, können die Tiere sogar in aller Regel langsam wieder an Trockenfutter gewöhnt werden, wenn das gewünscht ist. Sie knacken die Brocken mit den Kieferknochen. Jedenfalls ist ein Ziehen aller Zähne kein Grund, eine Katze einzuschläfern.

Kosten für eine Zahnsanierung bei Katzen

Fragen nach den Kosten einer Zahnsanierung bei der Katze oder auch der Dauer des Eingriffs können nicht pauschal beantwortet werden. Diese hängen stark vom Zustand der Katzenzähne und dem Aufwand der Zahnsanierung ab. Was die Zahnsanierung bei der Katze kostet, bespricht Ihr Tierarzt daher individuell mit Ihnen im Vorfeld der Behandlung. Möglicherweise auch erst nach den ersten Röntgenbildern: Denn wenn sich herausstellt, dass diverse Zähne zwar oberflächlich gesund scheinen, aber die Wurzeln bereits zersetzt sind, macht dies den Eingriff natürlich ungleich größer.

Generell gilt: Für eine Katzen-Zahnsanierung werden die Kosten – wie für alle anderen tierärztlichen Leistungen auch – nach der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet, die verschiedene Abrechnungssätze festlegt.

Zahnsanierung Katze: Risiko-Abwägung

Viele Besitzer gerade älterer Katzen fragen sich: „Ist eine Zahnsanierung bei meiner (alten) Katze sinnvoll oder ist sie zu gefährlich, wegen der Narkose?“ Wie für alle Eingriffe wird auch für die Zahnsanierung der Katze eine Risiko-Nutzen-Abschätzung vorgenommen.

Dazu grundsätzlich: Zahnschmerzen sind sehr unangenehm. Und Zahnprobleme können den Rest des Körpers beeinträchtigen. Neben den direkten Gefahren durch die im Maul florierenden Bakterien kommen die Folgen der Zahnschmerzen: Die Katzen fressen schlechter, irgendwann womöglich gar nicht mehr. Es kommt zu Verdauungsproblemen, weil die Tiere beim Fressen selektieren. Zahnprobleme bei der Katze unbehandelt zu lassen ist also keine Option!

Zudem sind die Narkosetechniken in der Vergangenheit stetig verbessert worden. Mit dem richtigen Equipment können auch alte Katzen sicher in Narkose gelegt und operiert werden. Ein Restrisiko bleibt natürlich, wie bei jedem Eingriff. Kreislaufprobleme treten bei älteren Katzen häufiger auf als bei jüngeren. Außerdem können manche Vorerkrankungen das Narkoserisiko steigen lassen. Trotzdem ist die Narkose notwendig für eine Zahnsanierung bei der Katze. Anders ist eine gründliche Reinigung und ggfs. weitere Behandlung der Zähne nicht möglich. Auch die erforderlichen Röntgenbilder lassen sich nur in Narkose in ausreichender Qualität erstellen.

Bei Zahnproblemen bei Ihrem Katzensenior besprechen Sie Ihre Sorgen in Ruhe mit dem behandelnden Tierarzt. Gemeinsam finden Sie die beste Option für Ihren Vierbeiner.

Zahnsanierung Katze: Fazit

Zahnprobleme treten bei Katzen sehr häufig auf und sollten unbedingt behandelt werden, um der Katze Schmerzen und negative Folgen zu ersparen. Eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Zähne durch den Tierarzt hilft, größeren Schaden zu vermeiden. Im Rahmen einer Zahnsanierung bei der Katze werden neben der gründlichen Reinigung der Zähne bereits bestehende Probleme behandelt. Für die Zahnsanierung der Katze fallen Kosten an, die sich am jeweiligen Aufwand berechnen und stark variieren können. Sprechen Sie Ihren behandelnden Tierarzt an! 

©AniCura