Impfungen Hund

Impfungen sind wichtig, um lebensbedrohliche Infektionskrankheiten im besten Fall auszurotten, zumindest aber deren Häufigkeit zu reduzieren oder den Krankheitsverlauf abzuschwächen. Die Impfung des Einzeltieres dient zum einem dem eigenen Schutz vor Ansteckung, verringert zum anderen aber auch das Ansteckungspotential für die gesamte Haustierpopulation. Erst wenn mehr als 70% der Hunde geimpft sind, haben Seuchen keine Chance!

Seit mehreren Jahren existiert auch in der Tiermedizin eine „Ständige Impfkommission“ (StIKo Vet., www.tieraerzteverband.de/bpt/berufspolitik/Impfkommission/03-index.php), eine Expertengruppe, die sich um den Schutz vor ansteckenden Krankheiten kümmert und entsprechend der Infektionslage Impfempfehlungen ausspricht. Diese empfiehlt eine 3-fache Grundimmunisierung der Welpen im Alter von 8, 12 und 16 Wochen, um sicherzustellen, dass die von der Mutterhündin mit der Milch aufgenommenen Antikörper, die Entwicklung des eigenen Impfschutzes nicht stören, und einen ununterbrochenen Schutz des Welpen vor diesen Krankheiten sicherzustellen. Ab einem Alter von 12 Lebenswochen ist eine zweimalige Impfung im Abstand von drei bis vier Wochen ausreichend.

Nach weiteren 12 Monaten wird die Grundimmunisierung mit einer weiteren Impfung abgeschlossen.

Die Auffrischungsimpfungen erfolgen für Staupe, HCC (ansteckende Leberentzündung), Parvovirose und Tollwut alle 3 Jahre, für die Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche) und den Zwingerhusten jedes Jahr.

Zu den Corevakzinen, d.h. zu den dringend empfohlenen Impfstoffen, zählt die Impfung normalerweise ab der 8. Lebenswoche gegen Staupe, HCC (Hepatitis), Parvovirose und Leptospirose, sowie ab der 12. Woche gegen die Tollwut.

Basisimpfungen

Hepatits (HCC) - Ansteckende Leberentzündung

Die Ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis, HCC) ist eine Viruserkrankung bei Hunden, die über die Ausscheidungen infizierter Hunde verbreitet wird. Auch klinisch gesund erscheinende Hunde können Virusträger sein und das Virus, ein canines Adenovirus, ausscheiden.

Die Symptome variieren und können mit Fieber, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Schmerzhaftigkeit im Bauchbereich sowie typischen Gelbverfärbungen der Schleimhäute einhergehen. Bei Welpen kann die Krankheit zum plötzlichen Tod führen. Der Erreger kann im Labor nachgewiesen werden.

Eine Schutzimpfung sollte beriets im Welpenalter erfolgen.

Leptospirose

Ein von uns Tierärzten schon viele Jahre beklagtes Problem wurde nun gelöst. Die Leptospiroseimpfung des Hundes schützte bisher zuverlässig nur gegen zwei Untergruppen, nicht aber vor den genauso bzw. sogar teilweise häufiger vorkommenden anderen Untergruppen. Die neue Leptospiroseimpfung beinhaltet nun vier Untergruppen und bietet somit einen deutlich besseren Schutz vor der auch in unserer Region vorkommenden und auf den Menschen übertragbaren Krankheit. Daher wird von der StIKo Vet. dieser neue Impfstoff, der nur von wenigen Firmen geliefert wird, empfohlen.

Jeder, der für seinen Hund den Schutz gegen alle vier Untergruppen der Leptospiren wünscht, muss sein Tier einmalig im Abstand von 3-4 Wochen noch einmal impfen und damit grundimmunisieren lassen. Bitte klären Sie immer vor der Impfung ab, ob der empfohlene L4-Impfstoff verwendet wird.

Staupe

Die Staupe beim Hund ist eine schwerwiegende Erkrankung, die zum Tod des infizierten Tieres führen kann oder schwerwiegende gesundheitliche Folgen für den Hund nach sich zieht. Erfahren Sie hier mehr über Staupe beim Hund.

Parvovirose

Die Parvovirose ist eine hochansteckende Viruserkrankungt, die unbehandelt meist tödlich endet. Lesen Sie mehr über Parvovirose beim Hund.

Tollwut

Grundsätzlich muss jeder Hund, der Deutschland verlässt oder nach Deutschland einreisen soll, gegen Tollwut  geimpft sein und einen gültigen EU-Pass besitzen. Bei der Einreise aus bestimmten Ländern nach Deutschland, muss ein Tollwut-Titer über einem bestimmten Wert nachgewiesen werden. Hierzu ist eine Blutentnahme nötig, die frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung erfolgen darf. Hier können Sie mehr über Tollwut lesen.

Zusätzliche Impfungen

Zwingerhusten

Der Zwingerhusten beim Hund tritt meist dort auf, wo mehrere Hunde aufeinandertreffen wie z.B. Tierheime, Hundepensionen oder Hundeschulen. Ursache können Viren und Bakterien sein, die über die Luft oder über Tröpfcheninfektion übertragen werden. Lesen Sie hier mehr über den Zwingerhusten beim Hund. 

Babesiose

Die Babesiose ist eine von Zecken übertragene Krankheit, die auch in manchen Regionen Deutschlands vorkommt. Eine Impfung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, nicht jede Tierarztpraxis verfügt über diesen Impfstoff. Erfahren Sie hier mehr über Babesiose.

Borreliose

Auch bei der Hundeborreliose handelt es sich um eine Erkrankung, die von Zecken übertragen wird. Eine Impfung gegen einige Borreliosestämme ist möglich, bitte beachten Sie, dass diese keine Zecken abhält. 

Einreisebestimmungen

Die Einreisebestimmungen variieren von Land zu Land sehr stark. Daher bitte bei dem Konsulat des jeweiligen Landes anfragen oder sich auf der Internetseite www.petsontour.de informieren. Manchmal ist auch ein tierärztliches oder amtstierärztliches Zeugnis nötig.

Nehmen Sie für mehr Informationen rechtzeitig mit einem unserer Standorte Kontakt auf, wenn Sie eine Auslandsreise mit Ihrem Hund planen.

Dies gilt auch, wenn Sie vorhaben, eine Hündin für Zuchtzwecke einzusetzen.

 © Frau Dr. Christine Nees, AniCura Kleintiermedizinisches Zentrum Dr. Nees, Oktober 2016