Epilepsie beim Hund

Das Gehirn ist durch 1 Milliarde Nervenzellen aufgebaut, die durch chemische und elektrische Signale kommunizieren. Wenn diese Zellen überaktiv werden, entsteht die Epilepsie. Epilepsie kommt beim Menschen wie auch beim Hund vor und verursacht sogenannte epileptische Anfälle.

Diese Anfälle sind lokal oder generalisiert, je nach dem wie groß der involvierte Gehirnbereich ist. Bei lokalen Anfällen sind die Symptome nur in einem kleinen Bereich des Körpers sichtbar, bei den generalisierten Anfällen ist der gesamte Körper an dem Anfall beteiligt. Manche Hunde ändern ihr Verhalten kurz vor dem Beginn des Anfalls. Sie werden unruhig und suchen vermehrt den Kontakt zu dem Besitzer. Der epileptische Anfall wird charakterisiert durch Episoden von sich wiederholenden, unfreiwilligen und unkontrollierten Bewegungen, die eine zunehmende Steifheit beziehungsweise Zuckungen und Krämpfe am ganzen Körper, erzeugen können. Während dem Anfall verliert der Hund häufig Harn oder Kot zudem wird häufig ein starkes Speicheln beobachtet. Das Bewusstsein kann, muss aber nicht, beeinträchtigt sein. Der Anfall dauert meistens 1 bis 2 Minuten, danach ist der Hund oft verwirrt, unruhig oder aggressiv. Meistens entsteht der Anfall aus einer Ruhephase heraus oder beim Schlafen.

Ursachen für Epilepsie

Primäre idiopathische Epilepsie

Idiopathische Epilepsie hat eine genetische Ursache und ist die häufigste Form beim Hund. Die Krankheit tritt meistens im ersten bis fünften Lebensjahr auf. In der gesamten Hundepopulation haben 1 - 2 % der Hunde Epilepsie. Bei Risikorassen ist der Anteil deutlich höher.

Sekundäre Form der Epilepsie

Die sekundäre Epilepsie ist eine Folge von Krankheiten oder Verletzungen im Gehirn (Kopftrauma, Gehirntumor). Zudem können äußere Einflüsse auf das Gehirn, wie zum Beispiel durch Vergiftung oder niedriger Blutzucker, auslösende Faktoren sein.

Diagnose

Die Epilepsiediagnose wird durch Abklärung und Ausschluss anderer Krankheiten, im Körper oder im Gehirn, gestellt. Die Epilepsie wird charakterisiert durch ein Wohlbefinden und einen unauffälligen neurologischen Befund zwischen den Anfällen.

Wenn der Verdacht auf sekundäre Epilepsie besteht, werden vermehrt Blut- und Harnproben entnommen, sowie Röntgen, Ultraschall, CT, MRT und auch Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit durchgeführt.

Behandlung

Die Behandlung wird erst eingeleitet, wenn der Patient in 6 bis 8 Wochen mehr als einen Anfall gehabt hat oder bei Kluster (mehrere Anfälle in 24 Stunden) oder im Falle eines Status epilepticus (ein langer, nicht mehr aufhörender Anfall). Die Therapie wird erst nach ausführlichem Gespräch mit dem Besitzer gestartet. Therapie bedeutet jedoch nicht, dass der Patient keine Anfälle mehr hat. Die Behandlung ist lebenslang und hat als Zielsetzung, die Anfallshäufigkeit und die Anfallsstärke zu vermindern. Die Medikamente können Nebenwirkungen erzeugen, sodass in jedem Fall die Vorteile gegenüber den Risiken abzuwägen sind.

Hunde, welche unter Epilepsiemedikamenten stehen, sollen mindestens einmal jährlich zur tierärztlichen Kontrolle. Zirka 25 - 30% der Epilepsiepatienten lassen sich schlecht bis gar nicht mit Antieplileptika einstellen. Für diese Patienten müssen dann individuelle Lösungen in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Tierarzt gefunden werden.