Glaukom - Grüner Star

Ein normaler Augeninnendruck ist für die Funktion und Gesunderhaltung des Auges entscheidend. Dies wird durch einen kontrollierten Zufluss und einen geregelten Abfluss von Kammerwasser aus dem Auge über den Kammerwinkel ermöglicht. Beim Glaukom des Hundes (und der Katze) ist dieser Abfluss gestört und der Druck im Auge steigt an. Damit zerstört er wichtige Strukturen im Auge, vor allem die Netzhaut und den Sehnerven, wodurch das Sehvermögen reduziert wird und dann schließlich dauerhaft verloren geht.

Ursachen

Andere Ursachen sind:

Wie zeigt sich ein Glaukom?

Am Anfang der Erkrankung sieht man zunächst nichts. Dann stellen sich Sehverlust und Schmerzen ein.

Typische Anfangssymptome sind dann:

In der Folge kann man feststellen:

Wie diagnostiziert man ein Glaukom?

Bei Ihrem ersten Besuch wird eine komplette Augenuntersuchung durchgeführt. Hierbei wird insbesondere der Grad der Seheinschränkung, das Glaukom-stadium als auch die in Frage kommende Ursache besprochen. Die intraokuläre Druckmessung ist Teil der Untersuchung und gibt allerdings nur eine Momentanaufnahme des Drucks wieder. Therapiemöglichkeiten werden im Detail besprochen und ein Plan für ein sinnvolles Vorgehen entworfen.

Wie kann ein Glaukom behandelt werden?

Die Erkrankung kann nicht geheilt werden, lediglich eine Kontrolle ist möglich. Die Therapie richtet sich nach der Ursache des Glaukoms (primär oder sekundär).

Grundsätzlich bestehen zwei unterschiedliche Therapieansätze:

  1. Medikamentell (Augentropfen)
  2. Chirurgisch

Solange ein Auge noch sichtig ist, zielt alle Therapie darauf ab dieses Sehvermögen zu erhalten. In einfachen und früh erkannten Fällen kann eine medikamentelle Therapie erfolgreich sein und über längere Zeit das Sehvermögen erhalten.

Ein chirurgisches Eingreifen ist jedoch spätestens dann erforderlich, wenn Medikamente versagen.

Chirurgische Glaukomtherapie mittels Laser

Hierbei wird das Kammerwasser produzierende Gewebe im Auge selektiv zerstört. Dies gelingt je nach Methode unterschiedlich gut. Bei der TRANSSKLERALEN CYCLOPHOTOKOAGULATION (TCP) wird der Strahlenkörper im Auge, der das Kammerwasser produziert, durch die weiße Lederhaut hindurch mit dem Laserstrahl beschossen. Hierdurch verbleibt weniger Gewebe, welches Kammerwasser produzieren kann und der Druck sinkt. Da man aber das Gewebe, welches getroffen werden soll, nicht direkt sieht, kommt es zu „Kollateralschäden“. Dies führt zu einer Entzündung im Auge, welche nachteilig ist.

Bei der ENDOSKOPISCHEN CYCLOPHOTOKOAGULATION (ECP) hingegen kann das zu treffende Gewebe genau eingesehen und damit selektiv zerstört werden. Diese Methode ist relativ neu in der Tiermedizin. Sie wird in den USA seit ca. 2005 mit einer guten Erfolgsrate eingesetzt. Diese liegt bei 80% bezüglich der Kontrolle des intraokulären Drucks (ungeachtet des Sehvermögens) und 70% in Bezug auf den Erhalt des Sehvermögens.

Was ist wenn der Hund schon irreversibel erblindet ist?

Wenn ein Auge das Sehvermögen allerdings unumkehrbar verloren hat kann das Ziel einer Therapie nur noch die Schmerzfreiheit sein. Auch hierfür bestehen unterschiedliche – mehr oder weniger aufwändige – Möglichkeiten, die mit Ihnen im Detail diskutiert werden. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass auch ein blindes Auge in den allermeisten Fällen erhalten werden kann und keiner Entfernung bedarf. Hier kommt ein Augenimplantat in Frage (Kunstauge).

Zusammenfassung der wichtigsten Fakten

 

© Dr. Jens Linek, FTA Chirurgie, Zusatzbez. Augenheilkunde, AniCura Tierärztliche Spezialisten Hamburg, Oktober 2016