Bauchblutung beim Tier

Ursachen

Eine Bauchblutung wird meistens durch eine Blutgefäßverletzung im Bauchraum verursacht.

Zu so einer Komplikation kommt es häufig nach einer Bauchverletzung (z. B. ein Autounfall, ein Biss) oder während einer tumorösen Erkrankung – der Tumor wächst und zerstört das Gewebe und die Blutgefäße des Organs (z. B. bei einem Milztumor oder Lebertumor).

Als seltenere Ursachen gelten Vergiftungen (z. B. Dikumarolvergiftung – Rattengift), Mediamentengabe (z. B. Acetylsalicylsäure) und genetisch bedingte Blutgerinnungsstörungen (z. B. Von-Willebrand-Erkrankung).

Symptome

Bei der akuten Blutung zeigen die Tiere plötzliche Schwäche, blasse Schleimhäute, hüpfender, schlecht fühlbarer Puls, erschwerte Atmung und manchmal schon einen vergrößerten birnenförmigen Bauch. Dieser entsteht, wenn zu viel Flüssigkeit (Blut) frei vorhanden ist. In manchen Fällen kommt es in der kurzen Zeit zu kleinen Blutungen, die schnell ohne ärztliches Eingreifen von dem Körper gestillt werden. Bei solchen Blutungen zeigt der Patient immer wieder kurzfristig Kreislaufschwäche und erholt sich sehr schnell wieder. Irgendwann kommt es jedoch zu einer größeren Blutung, deshalb sollte ein solcher Krankheitsverlauf auch unbedingt von einem Tierarzt untersucht werden.

Diagnostik

Schon eine klinische Untersuchung stellt oft den Verdacht auf eine Bauchblutung. Im Blutbild ist meistens eine Blutarmut (Anämie) sichtbar. Dabei werden auch junge Formen (sog. Retikulozyten) von roten Blutkörperchen gemessen. Diese Messung ist hilfreich um zu beurteilen, ob die Blutung sehr frisch oder wiederkehrend ist. Die Blutplättchenzahl (Thrombozytenzahl) spielt eine wichtige Rolle in der Ursachenforschung. Im Röntgen und noch besser im Ultraschall kann Flüssigkeit (und eventuell eine tumoröse Grunderkrankung ) im Bauchraum festgestellt werden. Eine Bauchpunktion wird durchgeführt, um herauszufinden, um was für eine Flüssigkeit es sich im Bauchraum handelt. Hierzu wird eine Nadel in den Bauch eingeführt.

Therapie

Bei geplatzten Bauchtumoren ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Bei kleinen Blutungen kann unter strenger Kontrolle ein konservativer Therapieversuch (ohne Operation) gestartet werden. Bei Blutgerinnungsstörungen werden Medikamente bzw. Gegenmittel verabreicht (z. B. Vitamin K bei Dikumarolvergiftung). Unabhängig von der Ursache, ist häufig eine Bluttransfusion und auf jeden Fall eine intensive Betreuung mit stationärem Aufenthalt unvermeidbar.

Prognose

Zwei Faktoren spielen eine wichtige Rolle: die Blutungsursache und die Zeit. Die Bauchblutung ist immer ein Notfall. Ein Patient, der innerhalb von kurzer Zeit (ca. 2 Stunden) schwach wird und blasse Schleimhäute hat, sollte möglichst schnell von einem Tierarzt untersucht werden. Nach der  Kreislaufstabilisierung und Behebung der Ursache ist eine Prognose gut. Bei bösartigen Tumoren, die eine Blutung verursachen, ist leider auf Grund schnell kommender Metastasen die Prognose ungünstig.

© Mag. Magdalena Rieder, Kleintierklinik Breitensee, Februar 2018