Bei einer Kastration werden die Keimdrüsen (Hoden, Eierstöcke) des Hundes entfernt. Das Tier ist danach also nicht mehr in der Lage, sich fortzupflanzen. Der Begriff Kastration steht somit für die komplette Entfernung von Hoden oder Eierstöcken und wird sowohl bei der Hündin also auch beim Rüden verwendet. Im Unterschied dazu steht die Sterilisation, bei der Hoden oder Eierstöcke im Körper des Hundes verblieben, auch in diesem Fall trifft der Begriff auf beide Geschlechter zu.

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Kastration Hund - warum?

Warum Sie Ihren Hund kastrieren lassen sollten, dafür gibt es verschiedene Gründe:

Eine Kastration macht es möglich, dass der Hund sich frei in Gruppen von anderen Hunden bewegen kann, ohne dass die Gefahr ungewollten Nachwuchses besteht. Dies gilt insbesondere für Jagdhunde, Arbeitshunde, etc. Aber auch in Privathaushalten mit mehreren Hunden unterschiedlichen Geschlechts wird die Kastration  zumindest für die Rüden sinnvoll sein. Und natürlich erleichtert ein kastrierter Hund bzw. eine kastrierte Hündin auch den Freilauf auf dem Hundeplatz oder im Wald.

Bei Rüden sind auch nicht selten Verhaltensauffälligkeiten der Grund für eine Kastration (wie z.B. Aggression gegen andere Rüden, Streunen, Markieren). Diese Verhaltensweisen gehen nach einer Kastration in unterschiedlichem Maß zurück. Aggressionen gegen Menschen werden dadurch allerdings nicht gelindert! Erkrankungen wie Hodenentzündung, Hodentumoren oder ein Kryptorchismus (einer oder beide Hoden liegen in der Bauchhöhle) machen zudem eine Kastration medizinisch sinnvoll bis notwendig.

Bei der Hündin kann die Kastration durch das Auftreten von Gesäugeleistentumoren (Mammatumoren), Gebärmuttervereiterung (Pyometra), Eierstockzysten oder -tumoren angezeigt sein. Auch eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) wird durch die hormonellen Veränderungen nach Kastration der Hündin positiv beeinflusst. Bei gesunden Hündinnen wirkt sich eine frühe Kastration positiv auf das Risiko von Mammatumoren aus. Auch werden Scheinträchtigkeiten vermieden, die eine große körperliche und psychische Belastung für Hündinnen darstellen. Die Verhinderung der Blutung nach Läufigkeit sollte hingegen kein Kastrationsgrund sein. Sie gehört zum normalen Zyklus der Hündin.

Übrigens: Tiere, die aus dem Tierheim vermittelt werden, sind in der Regel kastriert. Der Gedanke dahinter: Es soll die ungewollte Vermehrung der Hunde vermieden werden; daraus entstehende Welpen landen womöglich am Ende selbst im Tierheim.

Die Gründe für eine Kastration können vielfältig sein. Sie müssen gut abgewogen werden, da eine Kastration im Sinne des Tierschutzgesetzes eine Amputation darstellt und als Eingriff in Vollnarkose immer auch mit Risiken verbunden ist.

Was geschieht bei einer Kastration beim Hund?

Die Kastration des Hundes (Rüde wie Hündin) erfolgt in Vollnarkose. Dazu sollte das Tier nüchtern sein, also 12 Stunden lang nichts gefressen haben. (Es könnte sonst während der Narkose zu Erbrechen kommen. Der Hund atmet das Erbrochene ein und kann in Folge eine Lungenentzündung erleiden oder im schlimmsten Fall ersticken.)

Beim Rüden wird der Hodensack rasiert und desinfiziert. Über einen Schnitt kann das Hodengewebe entnommen werden. Anschließend wird die Öffnung mit einer Naht verschlossen.

Bei Hündinnen ist der Eingriff etwas größer, da sich die Eierstöcke in der Bauchhöhle befinden. Auch hier wird das Operationsfeld rasiert und desinfiziert. Nach Durchtrennung von Haut und Bauchmuskeln sucht der Tierarzt die Eierstöcke auf und entfernt sie. Die Gebärmutter verbleibt an Ort und Stelle und bildet sich nach dem Eingriff zurück. Zeigt sie bereits Veränderungen wie z.B. Zysten, Tumoren o.Ä., wird sie in der Operation mit entfernt. Dadurch steigt das Risiko der Operation an, denn der Eingriff wird dadurch komplizierter und die innere Wunde größer.

Im Anschluss an die Operation erhalten die Tiere Schmerzmittel, die Hündinnen oft auch einen Bauchverband und bei Bedarf einen Kragen gegen das Benagen der Wunde. Ist der Hund wieder vollständig wach und in Besitz seiner Sinne, kann er abgeholt werden und sich von dem Eingriff erholen. Nach etwa 10 bis 12 Tagen werden die Fäden gezogen.

Eine Alternative zur klassischen Operation ist die endoskopische Kastration Hündin: Dabei werden über zwei bis drei kleine Löchlein die Instrumente und eine Kamera in den Bauchraum geführt. Es entsteht eine viel kleinere Wunde, die Tiere haben weniger Schmerzen und durch die geringere Wundfläche nagen sie auch weniger an den Fäden, was wiederum die Heilung beschleunigt.

Dauer der Kastration beim Hund

Über die Dauer der Kastration lässt sich keine allgemeine Aussage machen, denn sie hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Einige davon sind:

An und für sich kann man aber sagen, dass die Kastration des Rüden relativ schnell geht; bei einem erfahrenen Operateur ist der Eingriff an sich in wenigen Minuten abgehandelt. Bei der Hündin hingegen dauert die

Kastration wie erwähnt etwas länger. Zeit für die Vorbereitung und die Narkose ist zusätzlich einzurechnen und es kann sein, dass einzelne Hunde nach der Kastration noch eine Weile schlafen. Ihr Tierarzt berät Sie in allen Fragen rund um die Kastration und wird Ihnen auf jeden Fall mitteilen, nach welcher Zeitspanne Sie Ihren Liebling wieder abholen können.

Was ist der Unterschied zur chemischen Kastration des Hundes?

Die chemische Kastration Rüde erfolgt mittels eines Hormonimplantats, das in etwa die Größe des Mikrochips hat. Es gibt in kleinen Dosen ein Hormon ab, das die Testosteronproduktion des Rüden unterdrückt – er wird unfruchtbar. Nach etwa 6 Monaten nimmt die Wirkung ab und der Hund bildet wieder männliche Sexualhormone. Die chemische Kastration des Hundes wird genutzt, um ihn vorübergehend unfruchtbar zu machen. Insbesondere, wenn durch eine Kastration Verhaltensauffälligkeiten beseitigt werden sollen, bietet sich die hormonelle Kastration als „Testkastration“ an. Zudem kommt sie als Behandlung hormonabhängiger Erkrankungen des Rüden zum Einsatz. In Folge der Behandlung schrumpfen die Hoden sichtbar. Nimmt die Wirkung des Implantats ab, werden sie aber auch wieder größer und der Hund wieder zeugungsfähig. Die Kastration Katze funktioniert ähnlich.

Vorsicht: Im Nebenhoden, dem Speicherorgan für reife Spermien, befinden sich noch ca. 6 Wochen nach Einsatz des Implantats befruchtungsfähige Spermien. So lange sollte der Rüde keinen Kontakt zu läufigen Hündinnen haben!

Für die chemische Kastration Hündin ist dieses Präparat nicht zugelassen, kann aber aus bestimmten Gründen angewandt werden. Die Verabreichung des Implantats ist zudem sehr viel weniger trivial als beim Rüden, da der Zyklusstand genau beachtet werden muss. Eine der möglichen Nebenwirkungen bei Falschanwendung ist eine Dauerläufigkeit.

Hund nach Kastration: Veränderungen und mögliche Nebenwirkungen

Nach der Kastration wird Ihr Hund sich verändern: Egal ob chirurgischer Eingriff oder chemische Kastration, das geschlechtsspezifische Verhalten wird deutlich nachlassen oder ganz aussetzen.

Grundsätzlich sind eine Operation und eine Narkose immer mit Risiken verbunden, die je nach Tier individuell sind. So haben ältere Tiere und solche mit chronischen Vorerkrankungen immer ein höheres Risiko durch eine Vollnarkose als junge, gesunde Hunde.

Mögliche Nebenwirkungen einer Kastration beim Hund sind:

Ab wann kann ein Hund kastriert werden?

Beim Rüden sollte die Geschlechtsreife abgewartet werden, um die körperliche und psychische Entwicklung nicht zu beeinträchtigen. Bei Hündinnen wird in der Regel kurz vor oder nach der ersten Läufigkeit kastriert. Rassebedingt gibt es Unterschiede, wann die Pubertät und erste Läufigkeit eintreten.

Was kostet eine Kastration beim Hund?

Was die Kastration beim Hund kosten kann, ist unterschiedlich, das hängt von verschiedenen Faktoren ab.Grundsätzlich haben Tierärzte eine Gebührenordnung (GOT), in der die verschiedenen Posten gelistet sind. Vom ein- bis zum dreifachen Satz kann dabei variiert werden, wobei letzterer z.B. für Notfälle oder besonders komplizierte Eingriffe gedacht ist. Dauer und Schwere des Eingriffs, Medikamentenverbrauch und der Umfang der notwendigen Nachsorge bestimmen am Schluss den Rechnungsbetrag der Hunde Kastrationskosten. Bei Fragen hierzu sprechen Sie Ihren Tierarzt an – er berät Sie gern!

Was ist eine Sterilisation?

Bei einer Sterilisation werden nur die Samenleiter bzw. Eileiter durchtrennt. Geschlechtsspezifisches Verhalten und der Zyklus der Hündin bleiben erhalten, aber die Tiere können keine Nachkommen mehr zeugen bzw. trächtig werden.

Fazit Kastration Hund

Die Kastration beim Hund ist eine gute Maßnahme, um bestimmten Verhaltensweisen oder Krankheitsrisiken entgegen zu wirken. Außerdem erleichtert der Eingriff häufig das tägliche Leben von Mensch und Tier. Für weitere Fragen, wie etwa nach der Dauer der Kastration, das genaue Vorgehen und die etwaigen Risiken besprechen Sie sich mit Ihrem Tierarzt vor Ort - er kennt alle relevanten Faktoren und berät Sie fachgerecht!

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