Als Desensibilisierung bezeichnet man eine Verminderung der Sensibilität auf einen bestimmten Reiz. In der Tiermedizin wird dieser Begriff für eine Allergiebehandlung verwendet.

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Als Desensibilisierung bezeichnet man eine Verminderung der Sensibilität auf einen bestimmten Reiz. In der Tiermedizin wird dieser Begriff für eine Allergiebehandlung verwendet.

Desensibilisierung Hund: Was ist das?

Als Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung beim Hund bezeichnet man eine Reduktion der allergischen Symptome gegen ein bestimmtes Allergen. Synonym wird auch der Begriff „allergen-spezifische Immuntherapie“, kurz ASIT, verwendet.

Das Grundprinzip der Desensibilisierung beim Hund ist wie folgt: Das Tier ist allergisch auf einen bestimmten Stoff, etwa Pollen von Gräsern oder ein bestimmtes Protein im Futter. Im Rahmen einer Desensibilisierungsbehandlung wird der Organismus mit sehr kleinen Dosen dieses Allergens konfrontiert. Sie sind so gering, dass sie gerade keine Reaktion des Körpers auslösen. In kleinen Intervallen werden steigende Mengen dieser Allergene unter die Haut injiziert. Es scheint ein gewisser Gewöhnungseffekt einzutreten und die Reaktion des Immunsystems auf die Allergene wird geringer. Wie das genau im Organismus funktioniert, ist derzeit noch nicht bekannt. Vermutlich werden andere Immunzellen aktiv und unterbinden die allergische Reaktion. Es handelt sich im Augenblick um die einzige kausale Behandlung von Allergien mit einem gewissen Erfolg.

Desensibilisierung Hund: Wie wird sie durchgeführt?

Ganz wichtig ist: Für eine Desensibilisierung muss der allergieauslösende Faktor bekannt sein. Es muss sich ganz eindeutig um eine Allergie handeln. Über Alltagsbeobachtungen und einen Allergietest (Allergietest Hund) sowie den Ausschluss anderer Krankheiten wird der Tierarzt die Diagnose „Allergie“ stellen. Lässt sich das Allergen im Alltag nicht meiden, könnte eine Desensibilisierung die richtige Therapie sein.

Dem Hund wird das Allergen anfangs in großer Verdünnung gespritzt. Die Intervalle sind dabei recht klein, zu Beginn können es wenige Tage sein. Es ist auch möglich, diese Spritzen als Besitzer selbst zu verabreichen, sodass nicht jedes Mal der Tierarzt aufgesucht werden muss. Während dieser ersten Phase, der sogenannten Steigerungsphase, nimmt die Konzentration des Allergens in den Spritzen zu, bis die individuelle Höchstmenge erreicht wurde. Es schließt sich die Erhaltungsphase an, in der der Hund jetzt seltener (etwa alle vier Wochen) Spritzen mit der Erhaltungsdosis erhält. Dies wird über Jahre, meist sogar lebenslang durchgeführt. Bei manchen Hunden schlägt die Therapie sehr schnell an, bei den meisten ist nach 5-8 Monaten ein Erfolg zu sehen. Ist nach spätestens einem Jahr keine Besserung eingetreten, wird die Behandlung abgebrochen.

Auch während der schon begonnenen Desensibilisierung kann es sein, dass der Tierarzt den Einsatz antiallergischer Medikamente für sinnvoll erachtet. Diese unterstützen den Hund, bis die Wirkung der Therapie eintritt.

Eine erfolgreiche Desensibilisierungs-Therapie sollte nicht abgebrochen werden. Nach dem Absetzen kommt es häufig zu erneuten Allergiesymptomen und bei Wiederaufnahme der Behandlung werden nicht die ursprünglichen Ergebnisse erreicht: Der Hund spricht auf die neuerliche Behandlung nicht so gut an wie auf die erste.

Desensibilisierung Hund: Worauf muss man achten?

In der halben Stunde nach der Spritze sollte der Hund gut betreut sein. Sollte es zu starken Reaktionen kommen, muss dann schnell reagiert werden. Ist der Hund gerade an einem Infekt mit Fieber erkrankt, dürfen die Spritzen nicht gegeben werden. Ihr Tierarzt wird Sie über weitere wichtige Dinge im Rahmen der Desensibilisierung aufklären. Hierzu zählen z.B. auch, dass starke körperliche Belastung und große Futtermengen rund um die Spritze tabu sind.

Wenn Sie zu Hause Nebenwirkungen der Spritzen bemerken, teilen Sie diese unbedingt dem behandelnden Tierarzt mit. Er kann dann die Therapie noch besser an Ihren Liebling anpassen.

Die Desensibilisierung bedeutet nicht unbedingt, dass der Hund am Ende symptomfrei ist. Es kann auch „nur“ bedeuten, dass er weniger entzündungshemmende Medikamente (wie z.B. Glucocorticoide) oder Antiallergika (z.B. Antihistaminika) benötigt. Dies ist aber bereits als Erfolg zu werten! Diese Medikamente haben, besonders bei dauerhafter Anwendung, starke Nebenwirkungen, die man dem Hund ersparen sollte, wenn es möglich ist.

Desensibilisierung Hund: Kosten

Die Kosten einer Desensibilisierungstherapie sind aufgrund der Dauer der Behandlung (lebenslang) nicht unerheblich. Allerdings stehen demgegenüber die Aufwendungen für dauerhafte entzündungshemmende und antiallergische Medikamente, wenn die Desensibilisierung nicht durchgeführt wird. Wenn Sie hierzu Fragen haben, scheuen Sie sich nicht, Ihren Tierarzt darauf anzusprechen!

Desensibilisierung Hund: Allergien lindern

Zielkrankheiten der Desensibilisierung sind Allergien verschiedener Art. Beim Hund im Vordergrund steht insbesondere die atopische Dermatitis, die mit starkem Juckreiz (Juckreiz Hund) einhergeht. Es handelt sich um eine multifaktorielle Erkrankung, das heißt, es gibt nicht nur einen Auslöser: Oft ist es eine Mischung aus Haltung, Futter und emotionalem Zustand des Hundes. Allerdings nimmt die allergische Komponente einen großen Stellenwert ein. Zur genauen Abklärung der atopischen Dermatitis kann der Besuch eines Hauttierarztes sinnvoll sein (Hier mehr zur Tierdermatologie).

Gut funktioniert die Desensibilisierung häufig bei Allergien gegen Pollen von Kräutern, Gräsern und Bäumen. Bei Futtermittelallergien und Kontaktallergien sind die Erfahrungen gemischt. 

Desensibilisierung Hund: Risiken und Nebenwirkungen

Direkt an der Einstichstelle kommt es häufig zu Rötungen, kleinen Schwellungen und Juckreiz, denen Sie mit einem Kühlpack begegnen können. Fallen sie stärker aus, kann der Tierarzt zusätzlich ein Medikament dagegen einsetzen. Treten großflächige Hautveränderungen oder über Stunden anhaltende Beschwerden auf, konsultieren Sie auf jeden Fall noch mal Ihren Tierarzt!

Werden im Rahmen der Therapie zu große Mengen Allergen injiziert, kann es zu starken allergischen Reaktionen kommen. Manche Tiere reagieren auch negativ auf andere Komponenten der Injektionslösung. Daher ist die genaue Einstellung des Hundes unter tierärztlicher Aufsicht Pflicht!

Als schwerste und seltene Nebenwirkung der Desensibilisierung beim Hund gilt der anaphylaktische Schock (allergischer Schock), der mit Durchfall, Erbrechen, aber auch Atemnot und Kreislaufproblemen lebensgefährlich werden kann und als Notfall sofort behandelt werden muss.

Desensibilisierung Hund: Fazit

Die Desensibilisierung des Hundes gegen bestimmte Allergene ist eine individuelle Therapie. Ihr Erfolg ist je nach Ursache sehr unterschiedlich, sie kann aber die Lebensqualität des Hundes dauerhaft erhöhen.

 © AniCura

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