Recklinghausen (Bürgerhaus Süd)

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Viele Unfälle und Notsituationen können dazu führen, dass sich Ihr Haustier einer, oft lebensrettenden Notoperation unterziehen muss. Dieser sehr oft lebensbedrohliche Zustand ihres Tieres bedarf einer schnellen Diagnose mit möglicherweise sofortiger chirurgischer Versorgung.

Situationen, die einer Notoperation bedürfen, sind beispielsweise verunfallte Hunde oder Katzen (Autounfall, Sturz aus großer Höhe).

Diagnosen, die zu einer Notoperation führen können:

Zwerchfellhernien: Durch ein Trauma reißt das Zwerchfell ein und die Organe des Bauchraumes gelangen in den Brustkorb. Dieser Umstand führt unter anderem zu erschwerter Atmung und muss daher umgehend durch eine Operation korrigiert werden. Es gibt aber auch angeborene Zwerchfellhernien, die nicht not operiert werden müssen.

Auch häufiges Erbrechen innerhalb kurzer Zeit kann ein Symptom für eine Notsituation sein und eine sofortige Operation notwendig machen. Es kann sich hierbei zum Beispiel um einen Darmverschluss durch einen aufgenommenen Fremdkörper (z. B. abgeschlucktes Hundespielzeug, Maiskolben, fadenförmiger Gegenstand bei der Katze, usw.) oder durch Ineinanderschieben des Darmes bei einer Entzündung handeln.

Manchmal bleiben Fremdkörper oder auch Kauknochen bei zu hastigem Schlucken von zu großen Stücken in der Speiseröhre stecken und verlegen sie. Dies zeigt der Hund durch Würgen und den Versuch zu erbrechen. Um diesen Zustand zu beheben, muss der Fremdkörper sofort durch eine Endoskopie entfernt werden. Sollte das nicht gelingen, erfolgt die Entfernung mittels Notoperation.

Ein aufgeblähter Bauch, erfolglose Versuche zu Erbrechen und apathisches Verhalten bei Hunden können Symptome für eine Magendrehung sein. Auch in diesem Fall bedarf es eines sofortigen chirurgischen Eingriffs, um das Leben des Tieres zu retten.

Blasse Schleimhäute, ein unnatürlich dicker Bauch sowie ein reduziertes Allgemeinbefinden können Anzeichen für eine Bauchblutung infolge eines Milztumors sein. Dies passiert leider häufig aufgrund eines Milztmors oder durch ein Trauma. Die Milz kann in einer Notoperation komplett entfernt werden, da diese kein lebenswichtiges Organ ist. Infolge des hohen Blutverlustes kann eine Bluttransfusion lebensrettend sein.

Sowohl bei Katzen als auch bei Hunden kommen Geburtskomplikationen vor. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen (unter anderem zu groß ausgebildete Welpen, eine Wehenschwäche des Muttertieres, Verlegung des Geburtskanals durch falsche Lage des Welpen, uvm.). Sollte die Geburt der Welpen zu lange dauern bzw. sich der zeitliche Abstand zwischen den auf die Welt kommenden Welpen deutlich erhöhen oder der Zustand des Muttertieres verschlechtern, kann ein mittels Notoperation durchgeführter Kaiserschnitt sowohl das Leben der Mutter als auch das der Welpen retten.

Eine Operation in akuten Notfällen ist oft risikoreicher als geplante Operationen. Meist erfolgt nach dem Eingriff eine stationäre Aufnahme, um eine ständige Überwachung des Zustands des Patienten zu gewährleisten. Eine intensive Versorgung (eventuell durch Infusionen, Bluttransfusionen, Regulation des Wärmehaushalts, Kontrolle der Herz-Kreislaufsituation usw.) ist häufig unbedingt notwendig. 

Viele Notfälle sind für den Halter nicht immer sofort erkennbar. Ein Anruf bei Ihrem Tierarzt kann Ihnen helfen, die Situation einzuschätzen und die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

Die beschriebenen Notfälle sind nur einige Beispiele für Notoperationen die bei raschem Handeln und richtiger Versorgung, ihrem Tier das Leben retten können. Bei Unklarheiten über den Zustand ihres Haustieres gilt die Devise „lieber einmal zu oft reagieren als einmal zu wenig.“

© AniCura, Mag. Daniel Eschlböck