Als Kaiserschnitt bezeichnet man die Operation, während der die Jungtiere über einen Schnitt in der Bauchdecke und der Gebärmutter des Muttertiers „entwickelt“ (auf die Welt geholt) werden. Das Muttertier liegt dabei in Vollnarkose.

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Gründe für einen Kaiserschnitt

Es gibt verschiedene Gründe, die einen Kaiserschnitt notwendig machen können:

Diese Liste ist nicht erschöpfend und im Einzelnen verbergen sich hinter den Punkten weitere vielgestaltige Möglichkeiten. So können Welpen z.B. zwar normal groß sein, ihre Kopfform macht aber eine Passage durch den normalen Geburtsweg unmöglich. Dies ist häufig bei brachyzephalen Hunderassen wie Mops und Französischer Bulldogge der Fall.

Vorgehen

Lässt sich das geburtshilfliche Problem nicht anders lösen, entscheidet der Tierarzt sich für einen Kaiserschnitt. Hierfür wird die Mutterhündin in Vollnarkose gelegt. Dann wird eine Vollnarkose eingeleitet. Diese ist bei Hündinnen in Geburt nicht trivial, da der Eingriff eine starke Kreislaufbelastung darstellt und der Stoffwechsel durch Trächtigkeit und beginnende Geburt ohnehin verändert ist.

Ist die Hündin sicher narkotisiert, wird der Tierarzt ihren Bauch öffnen, um an die Gebärmutter (Uterus) zu gelangen. Diese wird ebenfalls eröffnet und die Welpen werden nacheinander daraus hervorgeholt. Auch die Plazenten (Mutterkuchen) werden entfernt. Sie haben während der Trächtigkeit die Welpen ernährt und werden in einer natürlichen Geburt von allein abgestoßen.

Anschließend werden Gebärmutter und Bauchwand wieder verschlossen. Da eigentlich alle Narkosemittel auch die Welpen in der Gebärmutter erreichen und ihren Kreislauf negativ beeinflussen, ist schnelles Handeln notwendig.

Das beschriebene Vorgehen bezeichnet man auch als „normalen“, konservativen Kaiserschnitt (Sectio caesarea). Zur kompletten Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke (Ovariohysterektomie) muss z.B. gegriffen werden, wenn alle Welpen sicher tot sind. In diesem Fall wird der Uterus gar nicht geöffnet, um eine Verschleppung von Keimen in die Bauchhöhle der Hündin zu verhindern. Sie kann aber auch auf Wunsch des Besitzers erfolgen, wenn die Hündin z.B. sicher keine weiteren Welpen bekommen soll.

Bei der Katze und auch den Heimtieren verläuft die Kaiserschnittoperation sehr ähnlich wie beim Hund.

Nach dem Kaiserschnitt muss das Muttertier gut mit Schmerzmitteln behandelt werden, damit es ausreichend Milch bildet und sich gut um seine Welpen kümmert. Bei ernsthaften Schwierigkeiten unter der Geburt ist der Kaiserschnitt eine sehr sinnvolle, lebensrettende Maßnahme.

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