Hamburg

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Video-Otoskopie

Bei einer Video-Otoskopie, wird mit Hilfe einer kleinen Optik mit integrierter Kamera in den Gehörgang eingegangen. Mittels einer Vergrößerung auf einem Bildschirm kann der Gehörkanal, das Trommelfell und z.T. die Mittelohrhöhle deutlicher und akkurater dargestellt werden als beispielsweise mit einem Standard-Otoskop.

Es besteht teilweise die Möglichkeit eine Aufzeichnung vom Eingriff zu machen, um pathologische Veränderungen beispielsweise nochmals zu diskutieren oder Ihnen zu zeigen und damit verständlicher zu machen. Neben der Optik gibt es Arbeitskanäle, durch die verschiedene Instrumente in den Gehörgang eingebracht werden können, z.B. Zangen und Bürsten oder etwa ein Schlauch für Ohrspülungen. Ohrspülungen sind ein häufiger Grund für eine Video-Otoskopie. 

Vorteile der Video-Otoskopie

Das Video-Otoskop bietet gegenüber dem Standard-Otoskop einige Vorteile. Es erlaubt es den Gehörgang detailliert zu untersuchen. Hierfür gibt es einige plausible Gründe: Die Lichtquelle befindet sich am spitzen Ende des Konus und so wird Schattenwurf, der mit einem Standartotoskop in den Gehörgang projiziert wird, verhindert. Das Bild wird vergrößert und in Echtzeit auf einen Bildschirm übertragen, so dass eine exakte Beurteilung der Gehörgangswand erlaubt ist. Während des Untersuchungsprozesses gemachte Fotos können hinterher dem Patientenbesitzer gezeigt werden, was unter Umständen helfen kann, dem Besitzer ein anstehendes Therapieregime verständlicher zu machen. Arbeitskanäle erlauben ein sehr effektives Spülen. Aber auch Aspirationen lassen sich einfacher als mit einem Standardotoskop bewerkstelligen. Eine zytologische Untersuchung im Anschluss kann eine schnelle Diagnose ermöglichen. 
Zusätzlich stehen dem Operateur Instrumente wie Fremdkörperklemmen zur Biopsieentnahme oder zur Entfernung von hartnäckigem Debris oder Zeruminolithen und Bürsten zur aufwendigeren Reinigung zur Verfügung. 
Eine Myringotomie (Durchstoßen des Trommelfells) sollte immer unter Sichtkontrolle durchgeführt werden um Schäden zu vermeiden. 
Somit ist das Videootoskop mit seinen Werkzeugen hervorragend zur bildlichen Darstellung und zur Säuberung des äußeren Gehörgangs, zur Visualisierung des Trommelfells und zur Durchführung von Myringotomien geeignet.

Ohrspülung

Ohrspülungen werden aus verschiedenen Gründen bei Hund oder Katze durchgeführt, am häufigsten jedoch wegen chronisch-wiederkehrender Ohrerkrankungen und /oder Tumoren.

Mit einer Ohrspülung können Entzündungssekrete und übermäßiges Ohrschmalz beseitigt werden. Beides muss für eine erfolgreiche Therapie des Gehörgangs vollständig entfernt werden, damit Medikamente ihren Wirkort, nämlich die Oberfläche des Gehörgangs, erreichen können.

Bei defektem Trommelfell kann zudem Sekret aus dem Mittelohr herausgespült werden, um dort gezielt Medikamente zu platzieren.

Die video-otoskopische Ohrspülung ist bei Ohrerkrankungen Kernstück der Diagnostik und Therapie in einem.

Sie wird stets unter allgemeiner Narkose durchgeführt. Hierzu sollte der Hund nüchtern sein.

Da das Ohr sehr schmerzempfindlich ist, wird während und nach der Spülung ein Schmerzmittel verabreicht. Im Vorfeld wird häufig mit Entzündungshemmern wie Kortison therapiert, um einen durch Entzündung verengten Gehörgang bis zur Ohrspülung zum Abschwellen zu bringen. Nach der Ohrspülung bekommen Sie einen weiteren detailierten Behandlungsplan mit.

In jedem Fall sollten Sie sich exakt an den Therapievorschlag des Tierarztes halten und die erste Nachkontrolle nach 10 Tagen wahrnehmen. Denn dann kann der Erfolg des Eingriffs bewertet und die Therapie gegebenenfalls angeglichen werden. 

© Dr. Monika Linek, Dipl. ECVD Dermatologie,  AniCura Tierärztliche Spezialisten Hamburg, Oktober 2016