Als Otoskopie bezeichnet man die Untersuchung des Ohrs mittels eines Otoskops (Ohrenspiegel). Sie kann mit einem herkömmlichen Otoskop oder einem Videootoskop durchgeführt werden.

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Otoskopie bei Tieren: Wie wird sie durchgeführt?

Bei der Otoskopie von Hund, Katze und Co untersucht der Tierarzt mittels eines Otoskops  (Ohrenspiegel) den äußeren Gehörgang bis hin zum Trommelfell des Tieres. Das Otoskop ist mit einer Lampe sowie einer Vergrößerungsoptik ausgestattet.

Der Kopf des Tieres muss für die Untersuchung sicher fixiert werden. Dann wird die Ohrmuschel sanft etwas nach oben und außen gezogen, da der Gehörgang unserer Haustiere L-förmig ist. Der Trichter des Otoskops wird vorsichtig in den Gehörgang eingeführt und vorgeschoben.

Der Tierarzt achtet im Ohr auf Verletzungen, offene Stellen, Rötungen, Entzündungen oder sonstige  Veränderungen. Wichtig ist auch der Geruch: Findet sich ein süßlicher, essigsaurer oder sonst veränderter Geruch oder sind gar Flüssigkeits- und Eiteransammlungen vorhanden, wird davon eine Tupferprobe genommen. Diese wird oft direkt vor Ort untersucht. Hier unterscheidet man Stäbchen oder Kokken (Bakterien), Pilze oder bestimmte Zellenarten. Zusätzlich schickt der Tierarzt manchmal einen Tupfer für eine bakteriologische oder mykologische Untersuchung in ein externes Labor. Hier wird auch eine Empfindlichkeitsprüfung durchgeführt, um festzustellen, welche Medikamente gegen die Infektion wirksam sind. Externe Laboruntersuchungen dauern in der Regel einige Tage, je nach Fragestellung. Müssen zum Beispiel Bakterien oder PIlze angezüchtet werden, brauchen diese einige Zeit, um auf einem Nährmedium zu wachsen.

Ist der Gehörgang mit sehr viel Ohrenschmalz verstopft oder so stark entzündet, dass er zu eng für den Otoskoptrichter ist, muss eine Vorbehandlung stattfinden, bisweilen auch eine gründliche Spülung in Narkose. Erst danach können Gehörgang und Trommelfell eingehend untersucht werden.

Übrigens: Auch, wenn das Ohr gesund ist, empfinden Tiere eine Otoskopie oft als unangenehm, da die Ohren sehr empfindliche Organe sind. Bei Schmerzen durch z.B. Entzündungen kann die Gabe eines Beruhigungsmittels notwendig werden.

Video-Otoskopie bei Tieren: Was ist das?

Für die Video-Otoskopie führt der Tierarzt eine kleine Kamera mit Lichtquelle in das Ohr ein. Das Bild der Kamera wird auf einen Bildschirm übertragen, an dem es begutachtet werden kann. Eine Narkose ist für die Untersuchung nicht zwingend erforderlich, bei starken Schmerzen oder Abwehrreaktionen kann aber eine Sedierung notwendig werden.

Das Verfahren hat mehrere Vorteile:

Die Video-Otoskopie bietet zusätzlich die Möglichkeit, über sogenannte Arbeitskanäle kleine Instrumente ins Ohr einzubringen, z.B. Zangen und Bürsten. So können Proben gewonnen werden. Auch eine Ohrspülung (s.u.) ist mit der Video-Otoskopie möglich. So ist die Video-Otoskopie häufig Diagnostik und Therapie in einem.

Ohrspülung bei Tieren

Mit einer Ohrspülung können Entzündungssekrete oder Ohrschmalzpfröpfe aus dem Ohr gespült und Medikamente direkt an ihren Wirkort verbracht werden; oft ist beides der Fall: Dann wird zuerst das Ohr gespült, was eine bessere Sicht ermöglicht und überschüssiges Sekret entfernt, und danach ein Medikament eingebracht, das direkt an Ort und Stelle wirken kann.

Die Ohrspülung beim Hund oder der Katze wird immer unter Vollnarkose durchgeführt, für die das Tier nüchtern sein muss. Da das Ohr sehr empfindlich ist, wird außerdem mit Schmerzmitteln gearbeitet. Im Vorhinein können abschwellende, entzündungshemmende Medikamente notwendig sein, damit der angeschwollene Gehörgang überhaupt passierbar wird.

Am häufigsten werden Ohrspülungen durchgeführt bei chronischen, immer wiederkehrende Ohrenentzündungen oder bei Tumoren.

Im Anschluss an die Ohrspülung erhalten Sie einen Therapieplan mit Medikamenten und einen Kontrolltermin: Um hartnäckigen Ohrenerkrankungen zu begegnen, müssen Sie unbedingt einen langen Atem haben und den Behandlungsplan exakt befolgen.

Otoskopie bei Tieren: Wann wird sie durchgeführt?

Grundsätzlich gehört eine Otoskopie zu jeder Allgemeinuntersuchung. Wird aufgrund von Hauterkrankungen eine spezielle Hautuntersuchung  durchgeführt, ist sie besonders wichtig. Natürlich wird eine Otoskopie besonders dann relevant, wenn Ihr Tier Anzeichen von Ohrenschmerzen oder Juckreiz im Ohr zeigt. Dies können sein:

Ist Ihr Tier an den Ohren besonders empfindlich oder reagiert bei Berührung abwehrend, kann dies ein Hinweis auf Ohrenschmerzen bei Hund oder Katze sein. Bei chronischen oder unbehandelten Ohrenerkrankungen kann das Mittel- oder Innenohr mitbetroffen sein. Dann zeigt das Tier Gleichgewichtsschwierigkeiten oder Augenzittern (Nystagmus). Selten treten diese Krankheiten auch akut auf.

Otoskopie bei Tieren: Welche Erkrankungen sind häufig?

Zu den häufigen Ohrenerkrankungen bei Hund und Katze gehören z.B.

Hunde mit Hängeohren haben eher Probleme mit Entzündungen, ebenso Hunde, die gerne baden gehen. Hunde mit Stehohren laufen dagegen häufiger Gefahr, dass ein Fremdkörper eindringt. Otitis bei Katzenwelpen wird häufig durch Ohrmilben verursacht.

Je nach vorliegender Erkrankung können weitere diagnostische Maßnahmen (z.B. ein Allergietest) notwendig werden. Auch die Behandlung beschränkt sich nicht zwangsläufig auf die Ohren: Bei starken Schmerzen, einer Allergie oder einem Parasitenbefall wird natürlich das gesamte Tier behandelt.

Otoskopie bei Tieren: Fazit

Die Ohrenspiegelung bei Hunden und anderen Haustieren ist eine wichtige und häufige Untersuchung. Mit ihr können Ohrenentzündungen und andere Erkrankungen diagnostiziert werden. Weitere Informationen zu z.B. Otitis bei Katzen oder der Behandlung von Ohrenentzündung beim Hund haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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