Mönchengladbach

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Unter einer Gastropexie versteht man die Befestigung des Magens an der Bauchwand. Dieser chirurgische Eingriff wird bei Hunden nach einer Magenblähung und -drehung durchgeführt, um zu verhindern, dass diese wieder auftritt.

Vorgehen

Die eigentliche Gastropexie kann erst durchgeführt werden, wenn der Magen komplett entleert und wieder in seine korrekte Lage zurückverlagert wurde. Da einer Magendrehung häufig eine Aufblähung vorangeht, werden zuerst aufgestautes Gas und etwaige Futterreste aus dem Magen abgelassen. Dafür wird eine flexible Sonde über das Maul und die Speiseröhre bis in den Magen geschoben. Dies kann im wachen Zustand erfolgen, spätestens aber, wenn der Hund in Narkose liegt, um operiert zu werden. Alternativ kann das überschüssige Gas auch über einen sogenannten Trokar herausgelassen werden. Dafür wird eine große Nadel an der seitlichen Bauchwand direkt in den aufgeblähten Magen gestochen und es verbleibt danach ein Röhrchen, das den Zugang offen hält. Dies sieht zwar für den Laien etwas bedrohlich aus, ist aber ein probates Mittel, dem Hund schnell Erleichterung zu verschaffen.

Durch die Drehung wird die Blutversorgung des Magens empfindlich gestört, was dazu führen kann, dass manche Bereiche bereits stark unterversorgt sind. Manchmal erholen sie sich wieder, wenn sie von frischem Blut durchströmt werden. Andernfalls werden sie im Laufe der Operation entfernt. Die Milz ist eng mit dem Magen verbunden und kann bei einer Magendrehung ebenfalls Schaden nehmen. Manchmal muss sie daher in der Operation entfernt werden. Wenn möglich, wird der Tierarzt sie aber selbstverständlich zu erhalten suchen.

Ist der Magen wieder in der korrekten Lage, wird die Operationswunde verschlossen und der Magen dabei auf einem größeren Stück mit eingenäht. Dies kann an der seitlichen Bauchwand oder mittig geschehen. Dadurch ist der Magen gut fixiert und kann sich nicht erneut drehen. Nur in sehr seltenen Fällen löst sich diese Verbindung und es kommt zu einer erneuten Magendrehung.

Nach Gastropexie in Folge einer Magendrehung muss der Patient noch eine ganze Weile intensivmedizinisch betreut werden. Erst, wenn sein Kreislauf wieder stabil ist, die Atmung sicher funktioniert und Wasser und Futter ohne Erbrechen aufgenommen werden, befindet er sich sicher auf dem Weg der Besserung. Nicht selten schließt sich eine Gastritis, also Magenschleimhautentzündung an, die dann entsprechend behandelt werden muss.

Weitere mögliche Folgen einer Magendrehung siehe hier.

Risiko

Hunde mit Magenblähung und -drehung sind oft in einem sehr schlechten Zustand, ihr Kreislauf und die Atmung stark beeinträchtigt. Unter diesen Umständen ist sofortiges Handeln notwendig! Allerdings sind diese

Hunde auch nicht einfach zu operieren, da eine Vollnarkose immer einen Einfluss auf Blutkreislauf und Atmung hat. Sie werden also stärker überwacht und haben auch ein höheres Risiko, dass während der Narkose unerwartete Zwischenfälle auftreten.

Bedeutung

Die Gastropexie ist die Standardbehandlung bei Magendrehung. Wird eine Magendrehung nur durch Entgasung und Entleerung des Magens sowie eine Stabilisierung des Hundes behandelt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Erkrankung innerhalb eines Jahres wieder auftritt.

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