Haltung

Haltung von Hamstern

Im Vergleich zu Meerschweinchen und Kaninchen sind Hamster vorwiegend Einzelgänger. Von einer Vergesellschaftung ist gerade Anfängern abzuraten. Hamster reagieren oft sehr aggressiv gegenüber Artgenossen, was häufig zu Bissverletzungen führt.

Hamster und Kinder:

Dem Nachwuchs frühzeitig den Umgang mit Tieren näherzubringen ist zweifellos eine sinnvolle Sache. Je nach Alter der Kinder sollte man sich jedoch darüber im Klaren sein, dass man als Eltern immer die Hauptverantwortung für den vierbeinigen Mitbewohner übernimmt. Für Hamster gilt grundsätzlich, dass er kein geeignetes Haustier für Kinder unter 10 Jahren darstellt. Die späten und kurzen Aktivphasen der possierlichen Tierchen und ihre Vorliebe auch mal herzhaft zuzubeißen, wenn ihnen etwas nicht passt, sind sicherlich die Hauptgründe hierfür. Auch eignen sie sich nicht zum Schmusen und Kuscheln, da sie zum einen nur schwer zu zähmen sind und ein Sturz das kleine Tierchen schwer oder sogar tödlich verletzen kann. Und trotzdem steht der Goldhamster nach Umfragen immer noch auf Platz 1 der beliebtesten Einsteigertiere für Kinder. Aber vergleichen sie den Hamster doch einmal mit ihrem Junior. Wie würde er sich fühlen, wenn man ihn nachts um 2 Uhr die Bettdecke wegzieht, ihn stupst und kitzelt bis er wach wird und ihn dann zum Spielen animieren möchte. Er wäre sicherlich müde, würde wahrscheinlich weinen und wieder versuchen ins Bett zu krabbeln, um weiter zu schlafen. Genauso geht es dem Hamster, nur dass er nicht weinen oder verbal protestieren kann und er daher gerne mal kneift. Ist aber bei der gesamten Familie eine Hamsterliebe verbreitet, spricht nichts dagegen einen großen Beobachtungskäfig in einer ruhigen Ecke (nicht im Kinderzimmer) zu positionieren, wo auch die Kleinsten die putzigen Tiere beobachten können.

Käfig:

Oft heißt es, dass die Anschaffung eines Hamsters ganz praktisch ist, da er ja nicht viel Platz benötigt. Diese Annahme ist falsch und rührt wahrscheinlich von der Tatsache, dass die kommerziell erhältlichen Käfige klein und handlich sind. Man muss jedoch anmerken, dass diese Unterbringungen definitiv zu klein sind – egal ob man einen Mittelhamster (z.B. Goldhamster) oder einen Zwerghamster (z.B. Roborowski) halten möchte. Grundsätzlich gilt: Ein Hamsterkäfig kann nie groß genug sein. Die Längenmaße sollten 80 cm nicht unterschreiten. Hamster laufen auch in ihrem natürlichen Umfeld große Areale nach Futter ab.
Hamster klettern sehr gerne. Daher sind Gitterkäfige eigentlich gar nicht schlecht. Sie sorgen für ausreichende Belüftung und stellen eine in den Käfig integrierte Kletterhilfe dar. Vorsicht ist jedoch beim Abstand der einzelnen Gitterstäbe geboten. Er sollte klein genug sein, dass der Hamster nicht den Kopf durchstecken oder gar komplett flüchten kann, aber auch ausreichend groß, damit der Hamster seine Füßchen nicht einklemmen kann. Die Käfigdecke sollte ebenfalls mit Gitter abgedeckt werden, damit der Hamster nicht „durch’s Dach“ entwischt.

Einrichtung:

Hamster bewohnen in freier Natur ein großes Revier auf zwei Etagen (ober- und unterirdisch). Daher sollte man auch bei der Inneneinrichtung darauf achten, zwei oder drei Stockwerke in den Käfig einzuziehen. Die Stufen sollten möglichst nicht aus Gitter bestehen, da die kleinen Füßchen hängenbleiben können – eine Verletzung ist oft die Folge. Am besten eignen sich Häuschen mit einem Flachdach und mehreren Öffnungen. So hat der Hamster einen Unterschlupf und eine erhöhte Aussichtsplattform in einem und die Öffnungen verhindern einen Saunaeffekt. Auch wenn ein häufiger Austausch notwendig wird, eignen sie Einrichtungsgegenstände (Brücken, Häuschen, Zwischenetagen…) aus unbehandeltem Holz am besten. Man muss jedoch bedenken, dass Hamster Nagetiere sind und an allem knabbern, was ihnen zwischen die kräftigen Zähnchen kommt. Selbst gebaute Gegenstände sind günstiger und können individuell angepasst werden. Ihrem Hamster ist es sicherlich egal, ob das Häuschen kunstvoll gedrechselte Fensterrahmen und Balkone hat – er wird sie einfach annagen.
Die Wanne sollte hoch genug sein, dass der Hamster nicht ausbrechen kann und genügend Einstreu zum Buddeln und Graben Platz findet.
Als Einstreu eignen sich am besten unbehandelte und staubarme Holzspäne. Zusätzlich kann man unbedrucktes, in Schnipsel zerrissenes Küchenkrepp, Klopapierrollen o.ä. zufügen.
Zwerghamster, die in Wüstenregionen zu Hause sind, benötigen auch die Möglichkeit, ein ausgiebiges Sandbad nehmen zu können. Besorgen sie daher am besten Chinchilla-Sand aus dem Fachhandel und stellen ihn täglich für mehrere Stunden in einer Schale in den Käfig.

Alexandra Köhler
(Tierärztin)