Fütterung

Fütterung von Hamstern

Hamsterfutter setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die wir hier im Einzelnen näher beschreiben möchten. Da Hamster in der freien Natur wahre Wühlmeister mit einer unterirdischen Speisekammer sind, verschwinden instinktiv einige Vorräte in ihrem Nest. Der Grund dafür ist, einer eventuellen Nahrungsmittelknappheit zu entkommen und in mageren Zeiten auf lebensnotwendige Vorräte zurück greifen zu können. Diesen Instinkt haben unsere Hamster nicht abgelegt. Bei Trockenfutter ist das nicht weiter problematisch, aber das Grünfutter sollte man ihnen schon hin und wieder klauen, bevor es zu gären oder zu schimmeln anfängt. Zur Abnutzung der Nagezähne eignen sich unbehandelte Harthölzer oder frische Zweige von Apfelbäumen oder Haselnusssträuchern.

1. Trockenfutter

Futtermischungen aus Sämereien o.ä. sind nicht für alle Hamsterarten geeignet. Für Zwerghamster sollten sie spezielle Kleinhamstermischungen wählen. Am besten, sie stellen die Mischungen selbst zusammen.
Heu ist im Vergleich zu anderen Nagern kein Grundnahrungsmittel, Hamster benötigen es aber dennoch, um ihren Rohfaserbedarf zu decken. Der Hauptteil des Heus wird zum Bauen benutzt. Sie polstern Schlafhöhlen damit aus oder knüllen es komplett zur Unterkunft zusammen.

2. Saft-/Grünfutter

Der tägliche Speiseplan muss mit frischem Futter ergänzt werden. Hamster lieben getrocknete Brennnesseln und Löwenzahn. Aber auch andere getrocknete Kräuter kommen gut bei ihrem Liebling an.
Von Kopfsalat sollte man wegen der Schadstoffbelastung absehen. Auch Zitrusfrüchte sollten wegen des hohen Säuregehalts nicht verfüttert werden. Ansonsten mögen Hamster auch das, was auf dem gesunden und ausgewogenen Speiseplan von uns Menschen stehen sollte. Mit Karotten, Fenchel, Äpfel, Salatgurke, Brokkoli, Paprika etc. in einer ausgewogenen Mischung (Gemüse > Obst) stellen sie ihrem Hamster eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralien zu Verfügung.
An jedes neue Futter muss das Tier jedoch langsam gewöhnt werden.

3. Proteinkick (tierisches Eiweiß)

Hamster sind keine Vegetarier und benötigen daher regelmäßig tierisches Eiweiß. Aber falls sie jetzt vielleicht mit etwas Ekel an Krabbeltiere wie Mehlwürmer, Heimchen o.ä. denken, können wir sie beruhigen. Zwar mögen Hamster diese Leckereien, als Proteinquelle dienen jedoch auch Naturjoghurt, Hüttenkäse, Katzen- oder Hundetrockenfutter für Welpen. Etwa zwei- bis viermal pro Woche sollten sie ihrem Hamster einen solchen Appetithappen in kleinen Mengen gönnen.

4. Leckereien

Kommerziell erhältliche Leckereien (Joghurtdrops etc.) sind häufig viel zu süß oder fett. Kolbenhirse ist beispielsweise eine willkommene und schmackhafte Abwechslung für jeden Hamster. Auch getrocknete Hagebutten, gekochte Nudeln und Haferflocken dürfen in kleinen Mengen ab und zu gefüttert werden.
Vom Verfüttern von Erdnüssen oder Sonnenblumenkernen sollte man wegen der schlechten Verträglichkeit aufgrund des hohen Fettgehalts Abstand nehmen.

5. Wasser

Wasser muss mindestens 1 x täglich gewechselt werden, in ausreichender Menge ad libitum zu Verfügung stehen und von guter Qualität sein. Als Gefäße eignen sich entsprechende Trinkfläschchen.

Alexandra Köhler
(Tierärztin)