Hamster

Hamster

Hamster gehören zu einer Unterfamilie der Mäuseartigen und sind dort mit etwa 20 Arten vertreten. Diese Vielfalt und die damit verbundenen Ansprüche an Futter, Umwelt etc. sollten auch bei der Haltung als Haustier beachtet werden. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen die am häufigsten gehaltenen Hamsterarten näher vorstellen. Sollten Sie detaillierte Fragen zu Haltung und Fütterung der kleinen Nager haben, beantwortet unser Tierärzte-Team Ihre Fragen zuverlässig und nach dem neusten Stand der Wissenschaft.

Lebensweise:

Die natürliche Umgebung der Hamster sind trockene und halbtrockene Gebiete der gemäßigten Zone. In Mitteleuropa kommt lediglich der Feldhamster in freier Natur vor. Sie bewohnen Wüstenränder, Lehmwüsten, strauchbewachsene Ebenen, Wald- und Bergsteppen, sowie Flusstäler. Sie leben in unterirdischen Höhlen, die mehrere Ein- und Ausgänge besitzen, sowie separate Kammern für das Nest, die Ausscheidungen, die Fortpflanzung und zur Vorratshaltung. Die Kammern sind miteinander verbunden. Hamster sind hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv mit eingeschränkter Aktivität bei Tageslicht. Hamster leben überwiegend solitär, lediglich während der Paarungszeit unterbrechen sie ihr Singledasein und leben zeitweise in Familiengruppen. Sie können außergewöhnlich aggressiv gegenüber Artgenossen sein. Um sich vor Angriffen zu schützen, werfen sie sich häufig auf den Rücken und stoßen schrille Schreie aus.

Anatomie:

1. Gebiss
Der Durchbruch der Nagezähne erfolgt bereits vor der Geburt oder kurz danach. Ein Zahnwechsel findet bei Hamstern nicht statt. Die Nagezähne wachsen zeitlebens nach und sind gelb pigmentiert. Die Backenzähne sind im Wachstum beschränkt und unpigmentiert. Das ständige Wachstum der Zähne erfordert besondere Berücksichtigung bei der Auswahl der Futtermittel. Denn ebenso wie bei anderen Nagern muss man für ständigen Abrieb der Zähne sorgen.

2. Backentaschen
Charakteristisch für Hamster sind die innenliegenden Backentaschen. Diese verlaufen entlang des Unterkiefers, reichen bis zu den Schultern und dienen dem Transport von Nahrung in Vorratskammern. Ihre Öffnung befindet sich direkt hinter der Stelle, an der sich Lippen und Backen in der zahnfreien Lücke des Gebisses nach innen wölben.

Arten:

Wie bereits erwähnt, kommen in unseren Haushalten mehrere verschiedene Arten als Haustiere vor. Die häufigsten möchten wir hier kurz beschreiben.

1. Syrischer Goldhamster
Er gehört zu den wenigen, vom Aussterben bedrohten Hamsterarten, da er in seiner Heimat als Schädling betrachtet wird. Sein natürliches Verbreitungsgebiet umfasst weniger als 20.000 km² in der Grenzregion von Syrien und der Türkei. Die Tiere bewohnen dort überwiegend fruchtbares Ackerland, auf dem Getreide und andere Feldfrüchte angebaut werden. Das Tunnelsystem kann über 9 m lang sein. Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gingen alle weltweit gehaltenen Syrischen Goldhamster auf einen Wildfang – bestehend aus einem Weibchen mit ihren elf Jungtieren zurück. Von den Jungtieren überlebten lediglich drei Männchen und ein Weibchen. Diese bildeten die Grundlage der Zucht. In menschlicher Obhut und bei guter Pflege beträgt seine Lebenserwartung gewöhnlich 18-24 Monate. Syrische Goldhamster gibt es inzwischen in verschiedenen Färbungen (z.B. diverse Brauntöne und Zeichnungen oder solitär schwarz) und Behaarung (z.B. Teddyhamster). Wie viele Hamster leben sie als Einzelgänger und reagieren oft aggressiv gegenüber Artgenossen. Der Goldhamster ist ein wahrer Allesfresser, dessen Nahrung aus grünen Pflanzenteilen, Sämereien, Früchten und Insekten besteht.

2. Roborowski Zwerghamster
Er gehört zu den Kurzschwanz-Zwerghamstern und bewohnt die Wüstensteppe Gobi und angrenzende Wüstenregionen des nördlichen Chinas und der Mongolei. Sie leben ausschließlich in Sandgebieten mit spärlichem Pflanzenwuchs. Die Tiere beanspruchen sehr große Territorien. Dies muss auch bei der Wahl eines geeigneten Käfigs beachtet werden. Im Gegensatz zum Goldhamster (12 – 17 cm), beträgt die Kopf-Rumpf-Länge des Roborowski Zwerghamsters nur rund 7 cm. Das Fell an der Oberseite ist hellbraun bis grau, der Bauch weiß. Seine Ernährung setzt sich hauptsächlich aus Pflanzensamen zusammen. In der Mongolei wurden in Vorratskammern auch Teile von Insekten gefunden. Im Vergleich zu seinen Verwandten gilt er gegenüber Artgenossen als verträglich. Er könnte damit (zumindest vorübergehend) paarweise oder in Familiengruppen gehalten werden. Die Tiere müssen jedoch gut harmonieren und sehr gut beobachtet und gegebenenfalls getrennt werden. Die Einzelhaltung ist jedoch auch hier vorzuziehen. Sie sind hervorragende Beobachtungstiere, die sich nur ungerne anfassen lassen.

3. Dsungarischer Zwerghamster
Er gehört ebenfalls zu den Kurzschwanz-Zwerghamstern und bewohnt die Steppen des nordöstlichen Kasachstans und des südwestlichen Sibiriens. Er wird ca. 9 cm lang. Sein weiches Fell ist an der Oberseite im Sommer aschgrau bis dunkelbraun mit dem charakteristischen Aalstrich. Das Fell der Unterseite ist hell gefärbt. Er ernährt sich hauptsächlich von Pflanzensamen, weniger von Insekten. Er ist relativ leicht zu zähmen und sollte wie seine Verwandtschaft einzeln gehalten werden – gerade wenn man „Hamsteranfänger“ ist. Im Käfig sollten viele Klettermöglichkeiten angebracht werden, die dem Tier einen guten Überblick über sein Revier ermöglichen.

Alexandra Köhler
(Tierärztin)