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Belohnung und Strafe

Die wirkungsvollste Art, Ihrem Welpen etwas beizubringen, ist ihn für erwünschtes Verhalten zu belohnen. Die wichtigste Belohnung für den Welpen ist Ihre Zuwendung. Zuwendung bedeutet den Hund ansehen, ihn anfassen oder ansprechen. Dazu gehört auch, mit ihm zu spielen oder sich in anderer Weise mit ihm zu befassen. Um dem Welpen etwas Neues beizubringen, ist Futter als Motivationsmittel und Belohnung gut geeignet.

Ganz allgemein gilt, dass Ihr Welpe sich alle guten Dinge des Lebens verdienen sollte. Wer keine Aufgaben hat und sich langweilt, fängt bald an, Unsinn zu machen. Das gilt für Hunde wie für Menschen. Der Welpe wird viele Dinge tun, um Ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn Sie dafür öfter mit ihm schimpfen oder ihn direkt (d.h. körperlich) bestrafen, werden Sie bald feststellen, dass das nichts nützt. Wenn es die Absicht des Welpen ist, Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, ist auch negative Zuwendung eine Belohnung.

Hunde lernen auch über Strafe und manchmal ist es notwendig, dieses Mittel einzusetzen. Allerdings gibt es im Gehirn Ihres Welpen für jeden Bereich, der auf Strafe reagiert etwas sieben Mal so viele Bereiche, die auf Belohnung ansprechen. Wenn Sie Strafen einsetzen, müssen diese für den Hund verständlich und angemessen sein. Angemessene Strafen sind beispielsweise das kurzfristige Nichtbeachten des Hundes, eventuell auch eine kurze Auszeit (kurze Trennung von der Gruppe).

Manchmal kann man anonyme Strafen in Form eines lauten Geräusches oder eines Wurfgeschosses, das in der Nähe des Welpen landet, benutzen, um unerwünschtes Verhalten zu unterbrechen. Der Welpe sollte nicht merken, dass Sie der Verursacher dieser unangenehmen Erfahrung sind. Er wird sich furchtbar erschrecken. Rufen Sie ihn heran und trösten Sie ihn, weil die Welt so hässlich zu ihm war. Er hat gelernt, dass manche Handlungen unangenehme Folgen haben und Sie bleiben trotzdem sein bester Freund und Beschützer. Wenn Sie eine direkte körperliche Einwirkung für nötig halten, können Sie dem Welpen einmal kurz von oben mit der Hand über die Schnauze greifen. Sagen Sie vorher nachdrücklich „nein“ und sehen Sie ihn drohend an. Später wird Ihr „nein“ und ein warnender Blick genügen. Die strafende Einwirkung endet, sobald der Hund seine Handlung unterbricht und/oder unterwürfiges Verhalten zeigt.

Damit der Welpe Ihre Belohnung bzw. Bestrafung verstehen kann, muss sie immer während oder unmittelbar nach seiner Handlung erfolgen. Sie haben dafür ungefähr eine halbe Sekunde Zeit. Hund können nur Dinge verknüpfen, die gleichzeitig stattfinden. Wenn Sie den Hund zur falschen Zeit belohnen, lernt er nicht das, was Sie ihm beibringen wollten. Wenn Sie den Hund aber zur falschen Zeit bestrafen, lernt er, dass Sie ein gefährlicher, unberechenbarer Irrer sind. Sie zerstören damit die Vertrauensgrundlage für Ihre Beziehung.
Auch angemessene Strafen sollten nur äußerst sparsam eingesetzt werden. Sie nutzen sich sonst ab. Je seltener Sie strafen, desto wirksamer bleibt dieses Erziehungsmittel.