Anämie bei der Katze

Eine Anämie wird charakterisiert durch eine Verminderung der Erythrozytenzahl, des Hämatokrits und der Hämoglobinkonzentration. Durch die Abnahme des Blutfarbstoffs in den Gefäßen wird die Sauerstofftransportkapazität eingeschränkt.

Grundsätzlich ist zunächst immer ein Differentialblutbild incl. Retikulozyten zu empfehlen, um eine regenerative (ca. 20-30%) von einer nicht regenerativen Anämie (ca. 70-80%) abzugrenzen.

Retikulozytenzahlen > 50.000/µl, Polychromasie, Anisozytose, evtl. Normoblasten weisen auf eine regenerative Anämie hin.
Ausnahme: im Initialstadium während der ersten 2-5 Tage sind die Retikulozyten noch nicht erhöht!

Die nicht regenerative Anämie ist meist normozytär und normochrom.

Kontrovers: feline Hämoplasmen (Mycoplasma haemofelis; Cand. Mycoplasma haemominutum, ehemals Haemobartonella)
In einer neueren Dissertation (Laberke, 2010) wird festgestellt, dass Infektionen mit felinen Hämoplasmen bei der Anämie der Katze keine wesentliche Rolle spielen, da oft auch andere Ursachen (chronische Blutungen) vorhanden waren. Andere Quellen geben Mycoplasma haemofelis als Verursacher von Anämien an, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass zusätzliche Infektionen, z.B. mit Retroviren, das Bild verstärken können.

Schlüsselfragen:

Kleiner Diagnostikleitfaden zur Anämie:

Ery ↓, Hb ↓, Htk ↓

Retikulozyten unangepasst

Retikulozyten ↑