Leben retten mit einer Blutspende Ihres Haustieres

Blutspender gesucht - Information für Patientenbesitzer

Blutspende kann Leben retten, daher sind wir und unsere Patienten auf Blutspenden angewiesen.

Das Blut setzt sich aus den roten Blutzellen und dem Blutplasma zusammen. Die roten Blutzellen transportieren den Sauerstoff und das Plasma enthält und transportiert zahlreiche Nährstoffe, wie Eiweiße und Zucker sowie Blutgerinnungsfaktoren und Elektrolyte.

Bei Blutarmut, durch Verletzungen oder Operationen, aber auch bei Gerinnungsstörungen oder schwerem Eiweißmangel können Blut- oder Plasmatransfusionen lebensrettende therapeutische Maßnahmen darstellen.

Daher ist es notwendig, Blutprodukte ständig für den Notfall zur Verfügung zu haben. Dies kann nur durch eine Blutbank gewährleistet werden, wie es in der Humanmedizin schon lange üblich ist.

Wir sind daher darauf angewiesen, dass Sie Ihren Hund oder ihre Katze, sofern ihr Tier geeignet ist, zur Verfügung stellen.

Bei Katzen kann das Blut nicht lange aufbewahrt werden und wir sind daher immer auf eine spontane Bereitschaft zur Blutspende angewiesen. Oft ist es auch hilfreich, wenn die Besitzer einer Katze, die eine Blutspende benötigt, entweder eine Partnerkatze aus dem eigenen Haushalt oder von hilfreichen Freunden und Nachbarn mit zur Blutspende mitbringen kann.

Vor der Spende wird dann die Kreuzprobe und eine Untersuchung auf FIV und FeLV durchgeführt. Die Blutentnahme für die Spende erfolgt nur dann, wenn sie der passende Spender ist – was zu 90% der Fall ist. Daher kann es auch bis zu 2 Stunden dauern, bis sie Ihre Katze wieder mitnehmen können.

Unsere eigenen Tiere spenden auch regelmäßig ;-), können dies aber auch nicht mehr als 4 x im Jahr.

Wer kann Blut spenden?

Gesunde, ruhige Hunde zwischen einem und neun Jahren (je nach Rasse) sind als Blutspender geeignet. Sie sollten mindestens 20kg (optimal über 35 kg) schwer sein, regelmäßig geimpft und entwurmt sein und keine Medikamente erhalten. Hunde, die im südlichen Ausland waren, sind wegen möglicher Übertragung von Infektionserkrankungen leider nicht als Blutspender geeignet (außer sie werden regelmäßig nach jedem Auslandsaufenthalt auf diese Infektionskrankheiten negativ getestet). Ebenfalls sind Patienten, die schon selber eine Blutspende bekommen haben, meistens nicht geeignet.

Gesunde Katzen zwischen einem und neun Jahren sind als Blutspender geeignet. Sie sollten mindestens 4 kg schwer sein, ebenfalls regelmäßig geimpft und entwurmt sein und keine Medikamente enthalten. Ebenfalls sind ungetestete Katzen aus dem Ausland nicht geeignet. Bei Freiläufern wird zusätzlich eine Untersuchung auf FIV und FeLV durchgeführt.

Wie Menschen haben auch Hunde zahlreiche verschiedene Blutgruppen. Man unterscheidet aber hauptsächlich über zwei Blutgruppen –DEA 1.1. positiv und DEA 1.1 negativ. Bei Katzen gibt es drei verschiedene Blutgruppen – A, B und AB. Vor jeder Transfusion wird, wie in der Humanmedizin eine Kreuzprobe durchgeführt.

Wie häufig kann ein Hund oder eine Katze Blut spenden?

Gesunde Hunde und Katzen können gefahrlos 3-4 mal pro Jahr Blut spenden. Aber es liegt an Ihnen, wie häufig Sie Ihren Hund oder Katze spenden lassen wollen. Vor jeder Blutspende wird untersucht ob der Spender genügend rote Blutzellen hat. Des weiteren wird eine Blutuntersuchung für die wichtigsten Organwerte durchgeführt (Nieren-, Leber-, Eiweiß- und Glukosewerte). Jedes Tier, das auch nur einmal in seinem Leben Blut spendet, ist aber auch ein potentieller Lebensretter.

Gibt es irgendwelche Nebenwirkungen?

Bisher sind keine negativen Effekte durch die Blutabnahme bekannt. Ihr Tier sollte nach der Blutspende noch ein paar Minuten liegen bleiben, um Schwindelgefühl oder Übelkeit zu vermeiden, ein Vorgehen, das auch in der Humanmedizin üblich ist. Unmittelbar nach der Blutspende wird den Hunden und Katzen Wasser und Futter als Belohnung für die Kooperation angeboten. Wir empfehlen Ihnen, bis zu 24 Stunden nach der Spende Anstrengungen zu vermeiden.

In den allermeisten Fällen ist eine Sedation/Kurznarkose für die Blutspende notwendig, da es dadurch stressfreier für die Spender abläuft. Die Spender erhalten dafür einen Venenzugang, durch den ein kurzwirksames Narkosemedikament gegeben werden und nachfolgend eine Infusion erfolgen kann. Die Blutentnahme erfolgt dann i.d.R. an einem großen Gefäß, der V. jugularis (Halsvene), deren Bereich dann auch geschoren werden muss. Während der Blutspende muss der Spender dann über mehrere Minuten ruhig liegen bleiben, was bei den meisten Hunden und v.a. Katzen ohne Beruhigung kaum möglich ist.

Besitzern, die dabei sehr nervös werden oder kein Blut sehen können, raten wir daher während der Blutspende nicht dabei zu sein. Das Klinikteam kümmert sich dann um einen schnellen Ablauf. Während der Aufwachzeit sind Sie dann wieder bei Ihrem Lebensretter.

Welche Vorteile habe ich, wenn mein Tier Blut spendet?

Der wichtige Vorteil ist der, dass Blut in unserer Klinik immer verfügbar sein wird. Wenn Ihr eigenes Tier eine Transfusion braucht, können wir dessen Leben retten, weil andere Tiere Blut gespendet haben. Spendertiere erhalten außerdem eine gründliche Untersuchung einschließlich einer ausführlichen Blutuntersuchung kostenlos.

Zusätzlich erhalten Sie  eine Gutschrift auf ihrem Klinikkonto über 50,- EUR, die dann bei ihrem nächsten Besuch verrechnet wird.

Bitte melden Sie sich bei unserer Anmeldung, wenn Sie in die Spenderkartei aufgenommen werden möchten.

Das Klinikteam und die vielen Patienten danken Ihnen schon im Voraus!