In manchen Situationen ist die Lebensqualität so stark beeinträchtigt, dass es sinnvoll sein kann, den Hund einzuschläfern. Wir haben in diesem Beitrag wichtige Informationen zur Euthanasie zusammengestellt. Möge dies im Ernstfall eine informierte Entscheidung erleichtern.

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Euthanasie Hund – Was ist das?

Der Begriff Euthanasie stammt aus dem Griechischen: „eu“ (gut, richtig, leicht, schön) und „thanatos“ (Tod). Damit ist in der Veterinärmedizin das sanfte, schmerzlose Einschläfern eines Tieres gemeint. Den Hund einzuschläfern wird nötig, wenn er in seiner Lebensqualität erheblich eingeschränkt und medizinische Hilfe nicht mehr möglich ist. Als Tiermediziner und Tierhalter sind wir durch das Tierschutzgesetz geradezu dazu verpflichtet, in ausweglosen Leidenssituationen befindliche Tiere zu erlösen. 

Mit dem Halten eines Tieres geht also auch eine Verantwortung einher, es vor Schmerzen und Leiden möglichst zu bewahren bzw. adäquat behandeln zu lassen.

Hund einschläfern lassen: Gründe

Aus diesen Gründen kann es notwendig sein den Hund einzuschläfern: 

Unter Umständen gibt es auch Gründe, welche die Haltung des Tieres unmöglich machen (z. B. hochgradige Aggressivität des Tieres, Gefahr für Besitzer und Mitmenschen). 

Wann ein vernünftiger Grund vorliegt, den Hund einzuschläfern, ist immer die zentrale Frage. Dies bleibt stets eine Einzelfallentscheidung und sollte auf Basis einer umfassenden Kommunikation zwischen Tierarzt und Tierhalter erfolgen.

Dabei wird immer auch erörtert: Wie weit soll bei der Therapie gegangen werden? Soll „alles versucht“ werden oder gibt es persönliche Grenzen? Ist bei manchen Erkrankungen oder Verhaltensstörungen eine Änderung der Haltung möglich? Der Leidensdruck des Hundes sollte im Vordergrund stehen, aber natürlich müssen Machbarkeitsfragen mitunter einbezogen werden.

Immer wieder entzünden sich Diskussionen daran, dass finanzielle Gründe ein Grund für eine Euthanasie sein können. Das Thema ist oft schambehaftet – dabei ist es gar nicht mal so selten. Wenn sich im Laufe einer Behandlung Ihre finanzielle Möglichkeiten erschöpfen, sprechen Sie bitte offen mit uns darüber! 

Woran erkenne ich, dass mein Hund leidet?

Tiere zeigen leider oft sehr spät, dass sie leiden, da sie in der Natur bei Anzeichen von Schwäche oder Krankheit schnell zum Opfer anderer Raubtiere werden würden. Daher können die Anzeichen auch für schwere Krankheiten dezent sein.

Dies können Hinweise darauf sein, dass Ihr Hund leidet:

Sobald Sie ein verändertes Verhalten bei Ihrem Hund feststellen, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf.

Häufig werden folgende Fragen gestellt:

Wie läuft das Einschläfern eines Hundes ab?

Wenn der Hund eingeschläfert werden sollen, bekommt er eine Narkose wie für eine Operation. Nur ist diese Narkose sehr hoch dosiert und führt, nachdem das Tier ruhig eingeschlafen ist, zum Herzstillstand. Der Hund erleidet dabei keine Schmerzen und merkt den Eintritt des Todes nicht.

Um einen Hund einzuschläfern verwenden wir Präparate, die ausschließlich Narkotika (Narkosemittel) und/oder Barbiturate (Schlafmittel) enthalten und möglichst keine ,,Nebenwirkungen’’ verursachen, welche ein friedliches Einschlafen des Tieres verhindern könnten. Krämpfe oder starke Zuckungen, wie sie früher mit anderen Medikamenten häufiger auftraten, sieht man daher nur noch sehr selten. (Wenn dies nach dem Atem- und Herzstillstand dennoch erfolgt, sorgen Sie sich bitte nicht: Es sind autonome Muskelreaktionen, die keinerlei Steuerung vom Gehirn mehr unterliegen und von denen der Hund auch nichts mehr mitbekommt.)

Sehr ängstlichen oder abwehrbereiten Tieren muss eventuell vor der Narkose zunächst eine Beruhigungsspritze verabreicht werden.

Übrigens: Einen Hund einschläfern darf in aller Regel nur der Tierarzt. Nur er hat Zugang zu den notwendigen Medikamenten und das notwendige Wissen, die Euthanasie fachgerecht durchzuführen.

Begleite ich meinen Hund beim Einschläfern?

Wenn die Entscheidung gefallen ist, dass Ihr Hund eingeschläfert werden soll, ist es erst einmal verständlich, wenn sie aufgeregt oder aufgewühlt sind. Sie haben viel gemeinsame Zeit verbracht, vielleicht auch eine längere Krankheitsgeschichte durchgestanden. Vielen Besitzern erscheint der Akt der Euthanasie wie Verrat an ihrem Liebling.

Bedenken Sie aber: Ihrem Hund ist nicht klar, was dieser Tierarztbesuch bedeutet. Ihre Stimmungslage kann sich aber auf das Tier übertragen und es ebenfalls in eine Stresssituation versetzen. Als Besitzer sollte man daher versuchen, möglichst ruhig zu bleiben und einfach für das Tier da zu sein, indem man es z. B. streichelt – auch, wenn es schwer fällt.

Machen Sie sich bitte keine Sorgen, falls Sie weinen müssen oder sehr mitgenommen sind. Wir Tierärzte wissen, wie schmerzhaft der Abschied von einem geliebten Begleiter sein kann!

Wo soll ich meinen Hund einschläfern lassen: Zu Hause oder beim Tierarzt?

Hier ein paar Gedankenanstöße, die bei der Entscheidung helfen können, wo Ihr Hund eingeschläfert werden soll:

Einschläferung in der Praxis

Der Tierarzt hat in der Praxis bessere Arbeitsbedingungen und Assistenz, um den Hund einschläfern zu können. Außerdem hat man die Möglichkeit, das tote Tier vor Ort zu lassen und muss sich nicht weiter um sein Begräbnis kümmern, wenn man das nicht möchte. Allerdings ist für die meisten Hunde die Tierarztpraxis eher negativ besetzt, sie empfinden zumindest Aufregung.

Einschläferung zu Hause

Das Tier darf in seiner gewohnten Umgebung einschlafen, was viel Ruhe und Geborgenheit geben kann. Manche Hunde verunsichert allerdings das „Eindringen“ des Tierarztes in ihr Territorium. 

Vorteilhaft ist, dass Sie Ihren Hund möglicherweise im Garten beerdigen dürfen. Informieren Sie sich hierzu bitte im Vorhinein bei Ihrer Gemeinde. Es gibt in der Regel einige gesetzliche Vorgaben zu beachten: Das Tier muss mit mindestens 50 cm Erde bedeckt sein. Außerdem darf sich das Grab nicht in unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Plätzen oder Wasser und Naturschutzgebieten befinden. Sie dürfen außerdem keine Tiere begraben, die zu landwirtschaftlichen Zwecken gehalten wurden oder unter einer ansteckenden Krankheit litten. Es gibt auch Regionen, in denen die Tierbeerdigung im eigenen Garten gänzlich verboten ist.

Wenn der Hund nicht im eigenen Garten begraben werden kann/soll, muss der Tierkörper zu einem Krematorium oder Tierfriedhof transportiert werden, meist ist eine Abholung möglich.

Ein Hausbesuch zur Einschläferung wird zusätzlich berechnet. Beachten Sie jedoch, dass nicht jede Tierarztpraxis einen Hausbesuch anbietet. Falls Sie das dennoch wünschen, müssen Sie ggf. eine anderen Tierarztpraxis für die Einschläferung Ihres Haustieres auswählen. 

Wer soll in der schweren Stunde dabei sein?

Wenn Ihr Hund eingeschläfert wird, ist es für ihn grundsätzlich angenehmer, wenn eine vertraute Person oder eventuell andere Hunde der Familie dabei sind. Das Tier spürt, wenn plötzlich etwas anders ist. Man sollte ihm daher das Gefühl geben, nicht alleine zu sein. Auch für die anderen Hunde der Familie ist es leichter zu verstehen, warum ihr Rudelmitglied nicht mehr da ist. Ihnen hilft es, wenn sie z. B. nach der Euthanasie noch einmal schnuppern können.

Was passiert nachdem mein Hund eingeschläfert wurde?

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten:

Beseitigung durch die Praxis

Nach dem Einschläfern bleibt der Hund in der Praxis, wo er dann von dem Personal eines Tierkrematoriums abgeholt wird.

Beerdigung im eigenen Garten

Wenn Sie nicht in einem Wasserschutzgebiet wohnen und einen eigenen Garten besitzen, dürfen Sie Ihren Hund dort unter Einhaltung bestimmter Auflagen begraben.

Urnenbestattung

Sie lassen Ihren Hund beim Tierarzt, wo er von einem Bestattungsunternehmen abgeholt wird. Nach der Einzelverbrennung entscheiden Sie, ob Sie die Asche Ihres Haustieres in einer von Ihnen ausgesuchten Urne zugeschickt haben wollen oder nicht. Über weitere Einzelheiten lassen Sie sich bitte vor Ort informieren.

Soll ich mir einen neuen Hund anschaffen?

Die Antwort auf diese Frage muss jeder für sich alleine finden. Die einen möchten zuerst ein wenig Abstand gewinnen, andere suchen Trost und Ablenkung, indem sie sich sofort einen neuen Gefährten an ihre Seite holen.

Man sollte sich aber einer Sache bewusst sein: Mit jedem neuen Tier holt man sich auch die Verantwortung und die Gewissheit einer weiteren Trennung mit ins Haus. Aber auch die Freude, die man durch und mit einem Tier erfährt, wird einem niemand je nehmen können!

Hund einschläfern: Kosten

Wie andere tierärztliche Leistungen unterliegt in Deutschland auch die Euthanasie eines Hundes der Gebührenordnung für Tierärzte. In Österreich und der Schweiz gibt es andere Richtwerte. Die möglichen Kosten einen Hund einzuschläfern erläutern wir Ihnen gerne bei Bedarf in einem persönlichen Gespräch.

Hund einschläfern: Fazit

Um ihn vor großen, unaufhebbaren Leiden zu schützen, ist  es manchmal die letzte Lösung, den Hund einzuschläfern. Sie haben die Möglichkeit, Ihr Tier zu Hause oder in der Tierarztpraxis einschläfern zu lassen. Auch darüber, ob Ihr Hund mit einer Urne bestattet, im Garten vergraben oder durch den Arzt beseitigt wird, können Sie entscheiden. Beachten Sie, dass hier gesetzliche Vorgaben berücksichtigt werden müssen.

 

©Anicura

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