Bei einer Augenuntersuchung werden die Augen und umliegende Strukturen des Auges untersucht.

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Sehkraftverlust

Die Sehkraft eines oder beider Augen kann durch angeborene oder erworbene Veränderung verschiedener Augenstrukturen beeinträchtigt werden. Dabei muss nicht immer das gesamte Auge betroffen sein wie beim Glaukom. Eine relativ gute Prognose haben Veränderungen der vorderen Augenabschnitte, z.B. Hornhautveränderungen oder ein grauer Star. Je tiefer im Auge die Veränderung liegt, desto schwerer ist sie zu beeinflussen. Netzhautveränderungen sind in der Regel irreversibel. Ein Sehkraftverlust kann langsam fortschreitend oder plötzlich auftreten. Auch Veränderungen des Sehnerven oder Gehirns können bei völlig gesundem Auge zu Sehkraftverlust führen.

Die Klinik verfügt über eine spezielle Abteilung für Augenheilkunde. Diese Abteilung ist mit Augenmikroskop, Funduskamera, Spaltlampe, Ultraschall zur Augenuntersuchung , Gonioskopie-Einrichtung und Tonometer ausgestattet. Ein mikrochirurgisches Augeninstrumentarium ermöglicht auch intraokulare Operationen. Die nicht immer ganz jungen Augenpatienten können schonend durch balancierte oder Inhalationsanästhesie betäubt werden. Durch intensivmedizinische Überwachung ist eine gute Narkosenachsorge sichergestellt.

Von besonderer Bedeutung sind Augenuntersuchung im Rahmen verschiedener Zuchtprogramme zur Verhinderung erblicher Augenerkrankungen. Die wichtigsten der überwachten Erkrankungen sind PRA (progressive Retinaatrophie), Katarakt (Grauer Star), CEA (collie eye anomalie), RD (Retinadystrophie) und Glaukom (Grüner Star).

Verändertes Aussehen des Auges

Verschiedene Erkrankungen am Auge fallen vor allem durch ihr besonderes Aussehen auf: Ein hervorstehendes (Exophthalmus) oder herausgerissenes Auge (Protrusio bulbi), ein vergrößertes (Megophthalmus) oder weit in die Augenhöhle zurückgezogenes Auge (enophthalmus), Schielen oder Veränderungen an der Pupille (Horner Syndrom - ungleich große Pupillen) fallen schnell auf. Auch Veränderungen an den Augenlidern (Entropium, Ektropium, ungewöhnliche Behaarung, Entzündungen, Verletzungen oder Tumoren) ziehen die Aufmerksamkeit des Tierhalters auf sich. An der Bindehaut können Entzündungen, Blutungen, Rötungen oder Neubildungen auftreten. Das Dritte Augenlid kann umgestülpt werden oder entzündet sein, die Nickhautdrüse kann vorfallen, es können Tumore auftreten.  Die Hornhaut kann trüb werden oder sogar rötlich bis braune Farbe annehmen. Manche Veränderung ist silbrig oder blau, Narben erscheinen weiß bis grau. In der vorderen Augenkammer können Blutungen oder gräulich wolkige Flocken auftreten. Als Entzündungsfolge kann die Iris sich rötlich bis braun verfärben. Es können dort Knötchen (Iriszysten) oder Tumoren auftreten. Verändert sich die Linse, wird sie in der Regel grau. Schließlich können sich auch die tiefen Strukturen des Auges verändern, z.B. bei einer Glaskörperblutung oder Netzhautablösung.

Auch wenn die Veränderungen völlig verschieden aussehen, so ist die Feststellung der Krankheitsursache in der Regel nur mit speziellen Augeninstrumenten möglich. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die indirekte Ophthalmoskopie mit dem Stirnbandophthalmoskop in Verbindung mit einer stark vergrößernden Linse und die Spaltlampenuntersuchung. Die Behandlung hat anschließend unter Berücksichtigung der besonderen Reaktionsmechanismen der verschiedenen Tierarten zu erfolgen.

Schmerzen am Auge

Zahlreiche Erkrankungen am Auge verursachen erhebliche Schmerzen. Hierzu gehören zahlreiche Verletzungen vor allem der Hornhaut, Bindehautreizungen und Entzündungen. Schmerzhafter als eine akute Augenschnittwunde ist das Hornhautgeschwür. Es reicht bisweilen tief in das Gewebe (Stroma) der Hornhaut hinein und bezieht große Hornhautflächen ein. Es kann Folge von Infektionskrankheiten sein, aber auch durch chronische Reizungen (Entropium, Trichiasis, Distichiasis, Nasenfaltentrichiasis) entstehen. Kommen keratolytische Bakterien hinzu, kann die Hornhaut förmlich wegschmelzen, innerhalb kürzester Zeit kann das Auge auslaufen.

Das Glaukom (Grüner Star) führt durch die Erhöhung des Augeninnendruckes ebenfalls zu Schmerzen. Obwohl bei der Uveitis (Entzündung von Iris und Aufhängungsapparat der Linse) der Augeninnendruck sogar erniedrigt ist, ist sie wegen der guten Versorgung der Iris mit Schmerznervenfasern hoch schmerzhaft.

Tritt in der knöchernen Augenhöhle durch einen raumfordernden Prozess, z.B. eine Entzündung oder einen Tumor, ein höherer Druck auf, kommt es ebenfalls zu Schmerzen am Auge.

Alle diese Augenerkrankungen müssen schnell diagnostiziert und adäquat behandelt werden. In vielen Fällen kann das Augenlicht durch sofortige Behandlung gerettet werden.

Augenausfluss

Augenausfluss kann klar, in der medizinischen Terminologie spricht man von "serös", schleimig oder "mukös" oder eitrig, "purulent" sein. Die Qualität des Ausflusses sagt dem Arzt bereits viel über die Erkrankung: So ist seröser Ausfluss häufig bei Reizungen, allergischen oder ganz frischen virusbedingten Erkrankungen von Auge oder Bindehaut anzutreffen. Muköser Ausfluss weist auf eine gesteigerte Produktion spezieller schleimbildender Tränendrüsen hin. Der Schleim kann am nasalen Augenwinkel eintrocknen. Morgens fällt er als weißes, gelbliches oder bräunliches Tränenkörnchen auf. Purulenter oder mukupurulenter Augenausfluss ist Zeichen verschiedener Erkrankungen wie einer eitrigen, bakteriellen Bindehautentzündung, einer chronischen Tränendrüsenentzündung, Fremdkörpererkrankung oder eines trockenen Auges mit verminderter Tränenproduktion. Gelegentlich kann Augenausfluss auch rot sein: entweder liegt eine Blutung vor oder die Tränenflüssigkeit enthält sehr viel Porphyrin, das an der Luft rötlich wird.

Die Untersuchung des Tränenapparates mit Hilfe des Schirmer-Tränentests sollte bei allen unklaren Formen von Augenausfluss vorgenommen werden, bevor das Auge weiter untersucht oder mit Arzneimitteln behandelt wird. Anschließend kann im Augenabstrich sowohl eine zytologische Untersuchung als auch ein Erregernachweis erfolgen.

Häufig ist die Lidbindehaut so stark geschwollen (Chemosis), dass die direkte Sicht auf das Auge gar nicht oder nur in Narkose möglich ist. Auch in solchen Fällen ist die Untersuchung des Augensekretes äußerst hilfreich.

Augenheilkundliche Notfälle

Von einem Spaziergang im Unterholz oder einer Revierauseinandersetzung hat schon manches Haustier eine schwere Augenverletzung mitgebracht. Hier stehen Verletzungen der Lider und Hornhaut (Kratz-, Biss- oder Stockverletzungen) oder des ganzen Auges (z.B. ein hervorgefallener Augapfel) im Vordergrund. Aber auch stumpfe Traumata, z.B. durch einen schlecht gefangenen Stock, können große Schäden anrichten. Eingeblutete Augen oder blutunterlaufene Augenbindehäute können aber auch ohne vorangegangene Verletzung entstehen, z.B. durch Bluthochdruck oder Gerinnungsstörungen. Schon die Erstversorgung augenheilkundlicher Notfälle muss ordnungsgemäß erfolgen, wenn die Sehkraft des Auges, bisweilen sogar das Auge selbst, erhalten werden sollen. Diesem Bedürfnis kommt die Tierklinik mit dem Notdienst rund um die Uhr und mehreren entsprechend spezialisiert tätigen Tierärzten nach. Zwei Tierärzte haben nach entsprechender Ausbildung und Prüfung vor dem Prüfungsausschuss der Tierärztekammer die Zusatzbezeichnung Augenheilkunde erworben. Die Klinik ist als Weiterbildungsstätte für Augenheilkunde anerkannt.

In der speziellen Abteilung für Augenheilkunde der Klinik kann schnell eine adäquate Versorgung durchgeführt werden.

Im Notfall ist die schnelle Vorstellung des Patienten entscheidend: Verändern Sie das Auge möglichst nicht. Außer bei den in der Tiermedizin ganz seltenen Verätzungen sollten Sie das Auge nicht reinigen oder bearbeiten. Schützen Sie es vor dem Zugriff Ihres Haustieres, indem Sie eine Halskrause anziehen oder das Tier auf dem Schoß festhalten. Bringen sie es so schnell wie möglich zum Tierarzt.

Augenuntersuchungen in der Zuchthygiene

Von besonderer Bedeutung sind Augenuntersuchung im Rahmen verschiedener Zuchtprogramme zur Verhinderung erblicher Augenerkrankungen. Die wichtigsten der überwachten Erkrankungen sind PRA (progressive Retinaatrophie), Katarakt (Grauer Star), CEA (collie eye anomalie), RD (Retinadystrophie) und Glaukom (Grüner Star).

 

Für die zuchthygienische Untersuchung sind standardisierte Untersuchungsgänge vorgeschrieben. Das Ergebnis wird auf einem Untersuchungsbogen festgehalten, z.B. dem Bogen de VDH oder vereinseigenen Untersuchungsbögen. Die Feststellung erblicher Augenerkrankungen führt zum Zuchtausschluss.

 

Die Klinik führt für verschiedene Vereine Augenuntersuchungen durch, gehört jedoch nicht dem Dortmunder Kreis an.

 

© Dr. Staudacher, AniCura Aachen

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