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Untersuchungsmethoden Haut

Wir möchten Ihnen eine Auswahl von dermatologischen Untersuchungsmethoden vorstellen. Dies soll Ihnen eine kleine Vorstellung dessen geben, was Sie bei einem Besuch bei uns erwarten könnte.

Die Erhebung des Vorberichts (Anamnese) sind bei Hauterkrankungen 50% der Diagnose. Der Beginn, der Verlauf der Erkrankung und vorangegangene Behandlungen sind von großer Bedeutung. So sollten z.B. Auslandsaufenthalte oder Befunde, die bereits von Ihrem Haustierarzt erhoben wurden, mit in die Überlegungen einfließen. Der Fragebogen garantiert uns, dass nichts vergessen wird. Er wird über 2 Jahre aufbewahrt, damit wir gemeinsam eine Grundlage haben, auf die wir zurückgreifen können.

Geschabsel, Trichogramme, Zytologien und Tesafilmpräparte werden immer sofort in Ihrem Beisein erstellt und beurteilt. Über eine Kamera können wir Ihnen die Befunde bei Ihrem Tier zeigen und erläutern. Das bedeutet:
Es wird in der Regel sofort eine Diagnose oder zumindest Arbeitsdiagnose gestellt und die nächsten Schritte können eingeleitet werden.

  • Geschabsel werden mit einer Skalpellklinge durchgeführt, mit der die oberflächlichen Hautschichten unterschiedlich tief abgeschabt werden. Dies dient insbesondere dem Nachweis von Parasiten. Ohne Narkose und bei richtiger Anwendung ist es für das Tier nicht oder kaum schmerzhaft.
  • Tesafilmpräparate können Parasiten aufzeigen oder nach Färbung können Keime z.B. Malassezien und Entzündungszellen nachgewiesen werden. Die Entnahme ist einfach, die Interpretation braucht jedoch einige Übung.
  • Zytologien werden von der Hautoberfläche als Abklatsch oder mittels einer Nadel von Umfangsvermehrungen (Feinnadelaspiration) entnommen und gefärbt. Durch die aufgenommenen Zellen und deren Verteilung können sie eine erste Diagnose z.B. Pyodermie oder Hauttumor ergeben oder Anhaltspunkte für das weitere Vorgehen liefern. Die Zytologie ist das „Herzstück“ oder das „Röntgenbild“ der dermatologischen Untersuchung. Die Entnahme ist einfach, die Beurteilung setzt jedoch sehr viel Erfahrung voraus. Zytologien dienen auch der Verlaufskontrolle und werden bei jedem Besuch wiederholt.
  • Trichogramme. Hierfür werden Haare mikroskopisch untersucht. Neben dem Nachweis von Pilzen und Parasiten kann man sehr gut die Haarwurzeln und die Struktur der Haare beurteilen und Hinweise für Strukturveränderungen erhalten.

Meist kann mittels der bisher genannten Methoden eine Behandlung eingeleitet werden oder es können bereits wichtige Hinweise gewonnen werden. Eine Biopsie (Gewebeprobe) ist darüber hinaus häufig notwenig.

  • Biopsien sind kleine Gewebeproben, die unter lokaler Betäubung entnommen werden, um zusammen mit einem Dermatopathologen spezifische Hauterkrankungen oder auch Tumore zu diagnostizieren. Biopsien dienen dem Erkennen von Gewebszusammenhängen in der Tiefe und Haarwurzelstörungen. Sie müssen zum richtigen Zeitpunkt und an der richtigen Lokalisation entnommen werden, sonst bleiben sie oft ohne Aussage. Sie werden bei uns während der Konsultation entnommen. Wenn Ihr Tier nüchtern ist, brauchen Sie keinen gesonderten Termin. Von daher ist es immer sinnvoll das Tier nüchtern zur Untersuchung zu bringen.
  • Ohrtupfer und Ohrzytologien sind ein wichtiges Instrument um die Art der Ohrentzündung und den Erfolg der Therapie zu bestimmen. Der Geruch oder die Art des Sekrets lassen keine Rückschlüsse über die beteiligten Keime zu. Gerade hier ist die Zytologie der kulturellen Anzüchtung im Labor oft weit überlegen.
  • Videootoskopie und Ohrspülungen sind zusammengehörige Techniken, die die Prognose bei chronischen Ohrerkrankungen deutlich verbessert. Wir sind damit in der Lage das Trommelfell darzustellen, das Mittelohr zu untersuchen und gleichzeitig bereits eine Therapie einzuleiten. Es ist dem Besitzer möglich die Untersuchung und Befunde auf dem Monitor mit zu verfolgen.
  • Allergieteste sind Hilfsmittel um die beteiligten Allergene bei einer vorhandenen Allergie herauszufinden. Entgegen landläufiger Meinung sind Allergieteste nicht geeignet um die Diagnose: Allergie zu stellen. Daher besprechen wir mit Ihnen genau, wann ein Allergietest sinnvoll ist. Wir führen den sogenannten Intrakutanen Allergietests durch. Hierfür werden an der seitliche Brustwand die Allergene appliziert und das Ergebnis nach 20 bis 30 Minuten abgelesen. Der Vorteil des Intrakutantests ist, dass im Zielorgan Haut getestet wird und nicht im Blut !! Er liefert schnell die Ergebnisse, ist vom Dermatologen ablesbar und nicht auf „Geräte“, die immer einen bestimmten Messbereich nur beurteilen können, angewiesen.
  • Blutuntersuchungen geben wertvolle Hinweise auf innere Störungen und sind unerlässlich bei hormonellen Erkrankungen. Gerade ältere Hunde zeigen Hautveränderungen nicht aufgrund einer allergischen Erkrankung sondern weil innerlich etwas "nicht stimmt". Hier arbeiten wir eng mit unserer internistischen Abteilung zusammen. Gebündeltes Fachwissen führt in der Regel zu einer schnellen Diagnose. Aufarbeitung und Therapie können so optimaler und zum Wohle Ihres Tieres gestaltet werden.